Vitamin D bei Haarausfall: Über die Wirkung und wissenschaftliche Belege

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Haarausfall durch Vitamin D Mangel?

Unsere Kopfhaare haben einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Eine strahlende und voluminöse Mähne ist das Spiegelbild von psychischer und körperlicher Gesundheit. Wenn die Haare hingegen verloren gehen, leiden die Betroffenen häufig unter einem mangelnden Selbstwertgefühl.

Die Ursachen für Haarausfall sind vielseitig und reichen von Krankheiten über einen ungesunden Lebensstil bis hin zu genetischer Veranlagung. Die häufigste Form des Ausfalls ist die androgenetische Alopezie, welche bei bis zu 80 Prozent aller Männern im Laufe des Lebens auftritt und sich in der Regel zuallererst durch Geheimratsecken und oder fehlende Haare am Hinterkopf bemerkbar macht.

Schauen sich Betroffenen nach einer Lösung gegen Haarausfall um, raten Experten nicht selten zur Einnahme von zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln. Neben Eisen, Magnesium, Biotin wird dabei auch häufig das fettlösliche Vitamin D genannt. Doch was steckt dahinter? Unsere Redaktion hat sich gefragt, ob Vitamin D tatsächlich gegen Haarausfall eingenommen werden kann und ob ein Mangel des Hormons zum Verlust der Kopfhaare führt. Nachfolgend möchten wir die Ergebnisse unserer Recherchen vorstellen.

Vitamin D bei Haarausfall – Fakten im Überblick

  • Unter Forschern und Dermatologen besteht der Konsens, dass ein Vitamin Mangel die Bildung gesunder Haarwurzeln verhindern kann.
  • In einigen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass ein Vitamin D Mangel den natürlichen Haarwachstumszyklus behindert und die Haare dadurch früher ausfallen können.
  • Einer veröffentlichten Studie im “British Journal of Dermatology” wurde nachgewiesen, dass Männer mit vermehrtem Haarausfall häufiger unter einem Vitamin D Mangel leiden. Dazu in diesem Beitrag mehr.

Grundsätzliche Informationen über Vitamin D

Vitamin D ist streng genommen ein Hormon, da es bei Sonnenstrahlung auf die Haut vom Körper selbst produziert werden kann. Das fettlösliche Vitamin ist an zahlreiche wichtigen Prozessen im Körper beteiligt, wobei es eine besondere Bedeutung für Knochen, zur Regulierung des Kaliumhaushalts und für die menschliche Muskelkraft einnimmt.

Produziert wird das überlebenswichtige Vitamin zu 80 bis 90 % durch unseren Körper selbst. Eein 15 minütiges Sonnenbad reicht, um mehrere tausend Einheiten Vitamin D herzustellen. Außerdem kann der Körper Vitamin D über die Nahrung versorgt werden. Allerdings gibt es nur wenige Nahrungsmittel, welche einen täglichen Bedarf von 800 IE abdecken können. Folgende Lebensmittel haben noch einen relativ hohen Vitamingehalt:

  • Fettreicher Fisch (z.B.: Kabeljau, Thunfisch, Makrele und Lachs)
  • Leber
  • Austern
  • Steinpilze und Shiitake Pilze
  • Butter, Milch, Eier

Ein Mangel an Vitamin D – Ein weitverbreitetes Problem in den westlichen Breitengraden

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung haben ca. 60 % aller Menschen in Deutschland einen Vitamin D Defizit. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, da die körpereigene Produktion des Hormons mit den Jahren abnimmt. Außerdem sollten Personen, welche sich nur selten vor der Tür aufhalten, regelmäßig ihren Vitamin D-Spiegel kontrollieren lassen und bei einem Defizit über die Einnahme eines zusätzlichen Präparates nachdenken.

Vitamin D gegen Haarausfall? Wir sind dieser Frage nachgegangen.

Welche Mangelerscheinungen kann Vitamin D hervorrufen?

Kann der täglich erforderliche Vitaminbedarf des Körpers über einen längeren Zeitraum nicht gedeckt werden, ist mit zahlreichen Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Gefahren zu rechen. Beispielsweise haben zahlreiche Studien bewiesen, dass ein Defizit mit der Zeit zu starkem Knochenleiden führen kann.

Wie viel Vitamin D sollte man supplementieren?

Diese Frage wird unter Experten und in der Wissenschaft seit Jahren kontrovers diskutiert. Vor einigen Jahren betitelte sogar die Pharmazeutische Zeitung das Vitamin in einem Artikel als “Hormon der Streithähne”.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt derzeit eine Einnahme von 800 Internationalen Einheiten (IE) am Tag. Einige Experten raten hingegen zu einer täglichen Einnahme von 10.000-20.000 IE.

Ein Vitamin D Mangel stört den Haarwachstumszyklus

In zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen in den letzten Jahrzehnten konnte eine Verbindung zwischen der Gesundheit unserer Haare und Vitamin D gezeigt werden. Unter Forschern besteht der Konsens, dass ein gesunder Vitamin-D-Spiegel die Bildung gesunder Haarwurzeln- und Follikel stören kann. Zudem scheint ein Mangel an Vitamin D insbesondere den natürlichen Wachstumszyklus der Haare zu beeinflussen. Gesunde Haare durchlaufen genau drei Phasen:

  • Eine anagene (aktiver Wachstum)
  • Eine katagene (Umbauphase)
  • und die telogene Phase (Ruhepase), welche mit Haarverlust endet.

Durch einen Vitamin D Defizit können sich diese Phasen verkürzen und gestört werden. Folglich führen sie zu einem frühzeitigen Haarverlust. [1] [2]

Hilft Vitamin D gegen Haarausfall? Was sagen Studien?

Im letzten Abschnitt haben wir erfahren, dass es offensichtlich einen direkten Zusammenhang zwischen der Gesundheit der Haare und dem Vitamin D Spiegel gibt.

Doch geht man der Frage nach, ob Vitamin D auch als Mittel gegen Haarausfall helfen kann, lässt die Wissenschaft im deutschsprachigen als auch englischsprachigen Raum noch deutlich Luft nach oben und kann keine eindeutigen Beweise liefern.

Interessant sollte jedoch der Fakt sein, dass in einer vom “British Journal of Dermatology” veröffentlichten Studien gezeigt wurde, dass Männer die unter Haarausfall leiden, deutlich häufiger an einem Vitamin D Mangel leiden.

“These studies demonstrate that absence of the VDR leads to the development of alopecia.” (VDR= Vitamin-D-Rezeptoren)

“ResultsSerum 25(OH)D levels in patients with alopecia areata were significantly lower than those of the patients with vitiligo and the healthy controls (P= 0.001 and P<0.001, respectively” [3]

Kann Haarausfall durch zu viel Vitamin D auftreten?

Hier existieren nach unseren Recherchen keine wissenschaftlichen Belege, die einen Zusammenhang zwischen einer Überdosierung an Vitamin D und Haarverlust zeigen konnte. Grundsätzlich ist eine Überdosis des Hormons, welche sich in Form von schwerwiegenden gesundheitlichen Nebenwirkungen zeigt, sehr unwahrscheinlich und tritt in der Regel nur durch einen Missbrauch von hoch dosierten Vitamin D-Präparaten auf.

Kann Vitamin D gegen kreisrunden Haarausfall helfen?

Nein, zumindest existieren auch dafür keine wissenschaftlichen Studien. Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind noch immer nicht vollständig geklärt. Viele Experten gehen von einer Störung des Immunsystems aus, die auch durch eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D nicht positiv beeinflusst werden.

Abschließende Worte über Vitamin D und Haarausfall

Vitamin D kann in jedem Fall als unterstützendes Mittel zum Erhalt und der Förderung von gesunden Haaren eingenommen werden. Es existieren zahlreiche Belege dafür, dass es einen Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und einem gestörten Haarwachstumszyklus gibt. Nichtsdestotrotz konnte bislang keine Studie zeigen, dass man das Hormon als direktes Mittel gegen Haarausfall verwenden kann.

# Weitere interessante Beiträge:

Verwendete Quellen

1: Demay, Marie B.: “The hair cycle and vitamin D receptor. Archives of biochemistry and biophysics”, 523 (1), 2012, S. 19-21.

2: Demay, Marie B. et al.: “M. Role of the vitamin D receptor in hair follicle biology. J Steroid Biochem Mol Biol”. In: J Steroid Biochem Mol Biol, 103(3-5), 2007

3: Aksu Cerman, A., Sarikaya Solak, S. and Kivanc Altunay, I.:”Vitamin D deficiency in alopecia areata.” In: British Journal of Dermatology, 170 (6), 2014

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