Tabletten gegen Haarausfall: Welche Medikamente und natürlichen Präparate helfen?

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Tabletten bei Haarausfall: Was hilft?

Gesunde und voluminöse Haare sind das Spiegelbild körperlicher Gesundheit und gehören ohne Frage zum Schönheitseisideal. Wenn einem ungewollt die Haare verloren gehen, leidet häufig auch die Psyche. Der Haarausfall selbst kann durch eine Vielzahl von Faktoren wie eine genetische Veranlagung, Krankheit oder ein Nährstoffmangel ausgelöst werden.

In diesem Ratgeber möchten wir uns genauer anschauen, welche medikamentösen aber auch alternativen, natürlichen Tabletten man gegen Haarausfall einnehmen kann.

Tabletten gegen Haarausfall: Informationen im Überblick

  • Bei erblich bedingtem Haarausfall haben sich Tabletten mit den Wirkstoffen Minoxidil und Finasterid bewährt.
  • Bei kreisrundem Haarverlust werden in schweren Verlaufsformen kortisonhaltige Tabletten eingesetzt.
  • Der diffuse Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben. Eine Therapie in Form von Tabletten sollte hier nur nach einer dermatologischen Untersuchung und entsprechenden Diagnose erfolgen. 

Ab wann reden Mediziner von Haarausfall?

Haare durchlaufen einen normalen Lebenszyklus, welcher in der Telogenphase (Ruhephase) mit Haarausfall endet. Daher ist es völlig normal, dass jeder von uns täglich ein paar Haare verliert. Doch wie viel ist zu viel und was deutet auf eine Krankheit hin?

Dermatologen sprechen von Haarausfall in der Regel erst dann, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich verloren gehen. Wer Schwierigkeiten beim Schätzen hat und nicht weiß, ob es tatsächlich mehr als 100 Haare täglich sind, sollte sich einmal die Mühe machen und diese zählen.

Haare und ihre Wachstumsphasen

Wie bereits erfahren, besitzen Haare einen normalen Wachstumszyklus, der sich in verschiedene Phasen unterteilt.

  1. Anagenphase, Wachstumsphase:  In dieser Zeit wächst das Haar. Dieser Teilprozess dauert bei gesundem Haarwachstum ungefähr 2-6 Jahre.
  2. Katagenphase, Übergangsphase: Wenn das Haar aufhört zu wachsen, findet eine Übergangsphase statt, welche ca. 2-3 Wochen andauert.
  3. Telogenphase, Ruhephase: Nach der Katagenphase geht das Haar in die Ruhephase (auch Telogenphase genannt) über, in welcher sich ca. jedes fünfte Haar befindet. Nach einem Zeitraum von ca. 2 bis 6 Monaten bildet der Körper ein neues Haar aus. Dieses drückt das ausgewachsene Haar aus dem Follikel, sodass es schlussendlich ausfällt.

Die unterschiedlichen Formen mit Tabletten stoppen

Ca. 80 % aller Männer leiden im Laufe des Lebens unter Haarausfall.

Haarausfall ist in Deutschland weitverbreitet und betrifft ungefähr 8 von 10 Männern im Laufe des Lebens. Unter Frauen sind es ca. 30 %. Die Ursachen sind vielseitig und nicht immer einfach zu diagnostizieren. Wer dem Haarausfall mit Tabletten stoppen möchte, sollte also zunächst einmal den Gründen der Erkrankungen nachgehen. Nur so kann eine gezielte Therapie erfolgen. Nachfolgend möchten wir uns die verschiedenen Formen des Haarausfalls genauer anschauen und vorstellen, welche möglichen Tabletten (sowohl medikamentöse als auch alternativmedizinische Präparate) infrage kommen würden.

Hinweis: Bevor Sie mit der Einnahme von medikamentösen Tabletten beginnen, sollte sie in jedem Fall einen Dermatologen oder Allgemeinmediziner aufsuchen und sich ärztlich beraten lassen

1. Genetisch bedingter Haarausfall

Die häufigste Ursache für Haarausfall ist genetisch bedingt und kann sowohl bei Männern als auch Frauen auftreten. Laut statistischen Zahlen leiden fast 80 bis 90 % aller Männer in ihrem Leben unter dem anlagebedingten Haarausfall. Häufig beginnt der Verlust mit Geheimratsecken und endet bei vielen im Laufe des Lebens mit einer Glatze. Die Haare werden zunehmend dünner und lichter, sodass mehr und mehr von der Kopfhaut ersichtlich wird. Ausgelöst wird der Haarausfall dadurch, dass die Haarfollikel überaus sensibel auf männliche Sexualhormone reagieren. Eine besondere Rolle nimmt der Botenstoff DHT ein, welcher mithilfe eines Enzyms aus Testosteron im Körper gebildet wird.

# Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT hier >

Welche Tabletten kommen infrage? Ein genetisch bedingter Haarausfall kann in der Regel nur mit Arzneimitteln behandelt werden. Ziel sollte es hier sein, die Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem Botenstoff DHT einzuschränken. Mögliche Wirkstoffe, die für eine Behandlung infrage kämen, können folgende sein:

  • Alfatradiol
  • Minoxidil
  • Finasterid

Natürliche Shampoos, Haarkuren und Öle? Immer wieder empfehlen verschiedene Hersteller bei genetisch bedingtem Haarausfall naturbelassene Shampoos, Öltinkturen oder auch Haarkuren. Auch wenn sich im Netz zahlreiche positive Erfahrungsberichte finden lassen, konnte die Wirkung solcher Pflegeprodukte nie wissenschaftlich nachgewiesen werden. Einige interessante Ergebnisse hat Ökotest aufgedeckt, auf die wir in diesem Artikel genauer eingehen: Shampoos gegen Haarausfall >

Unumstritten ist, dass die in den Produkten enthaltenen Vitamine und Nährstoffe das  Haarwachstum durchaus fördern können. Große Wunder werden diese Produkte bei anlagebedingtem Haarausfall allerdings nicht bewirken.

2. Kreisrunder Haarausfall

Bei diesem Erkrankungsbild fallen die Haare in einem klar begrenzten, runden Bereich aus. In ausgeprägter Form der Erkrankungen kann der gesamte Kopf oder sogar die Körperbehaarung betroffen sein.

Beim kreisrunden Haarausfall liegt eine Störung des Immunsystems vor, wobei sich körpereigene Zellen gegen die Haarfollikel richten. Glücklicherweise wachsen die Haare bei den meisten Betroffenen nach mehreren Monaten wieder nach.

 Welche Tabletten kommen infrage?

Die genauen Ursachen für den kreisrunden Haarausfall sind noch immer nicht vollständig geklärt. Für die Behandlung der Erkrankungen kommen in schweren Verlaufsformen kortisonhaltige Tabletten infrage. Außerdem können Zink und Eisen-Tabletten helfen, um das Immunsystem zu stärken.

Von Naturheilpraktikern werden häufig entzündungshemmende Öltinkturen empfohlen, welche die Blutzirkulation der Kopfhaut und das Haarwachstum anregen sollen. Außerdem haben Globuli und Schlüssler Salze in Form von Tabletten einigen Betroffen geholfen, wobei die Wirkung solcher natürlichen Präparate nicht nachgewiesen wurde.

Im Fall von kreisrundem Haarausfall soll vor allem das Schüssler Salzes Nummer 5 – Kalium phosphoricum –  zu empfehlen sein. In der Regel wird eine Dosierung von sechs bis acht Tabletten empfohlen, welche über den Tag verteilt eingenommen werden sollten. Mehr dazu hier: Schüssler Salze und Haarausfall > 

3. Diffuser Haarausfall

Auch der diffuse Haarausfall ist weitverbreitet und kann zahlreiche Ursachen haben. Grundsätzlich bleiben die Haarfollikel bei dieser Form des Haarverlustes intakt und können nach einer gezielten Therapie wieder gesunde Haare ausbilden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Formen des diffusen Haarausfalls:

  • Telogenes Effluvium: Hier treten vermehrt Haare aus der Wachstumsphase in die Ruhephase ein und das Haar fällt frühzeitig aus. Als Ursache kommen hier Hormonschwankungen, beispielsweise durch eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre, Stress, falsche Pflegeprodukte, eine falsche Ernährungsweise, Erkrankungen oder andere äußerliche Einflüsse infrage.
  • Anagenes Effluvium: Bei dieser Form fallen die Haare bereits in der Wachstumsphase aus. Ausgelöst wird dies beispielsweise durch eine Vergiftung, Bestrahlung oder eine Chemotherapie.

Welche Tabletten kommen infrage? Da zahlreiche Faktoren für einen diffusen Haarausfall führen können, ist es wichtig den Ursachen auf den Grund zu gehen. In jedem Fall sollte ein Dermatologe aufgesucht werden, welcher anhand verschiedener Test eine Diagnose stellen kann. Bei einem Nährstoffmangel (beispielsweise Zink, Eisen oder Biotin) ist es nicht üblich, dass man über einen längeren Zeitraum zusätzlich Präparate einnimmt. Wird der Haarausfall durch Schwankungen im Hormonhaushalt ausgelöst, können Hormontabletten Abhilfe schaffen. Auch Globuli-Tabletten und Schüssler Salze haben sich bei einigen in der Vergangenheit als wirksames Mittel gegen diffusen Haarausfall bewährt. 

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