Kreisrunder Haarausfall: Ursachen, Behandlung und weiterführende Informationen

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Kreisrunder Haarausfall gehört zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen des Haarverlustes. Der Verlauf erfolgt häufig schubweise. Es bilden sich kahle runde Stellen, die keinen Juckreiz verursachen. Hautveränderungen, zum Beispiel Entzündungen oder Schuppen bilden sich ebenfalls nicht. Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind noch nicht ausreichend erforscht und zum Teil unklar. In diesem Artikel möchten wir Betroffenen mehr Informationen über die Erkrankung bereitstellen und genauer auf die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten eingehen.

Inhalte des Ratgebers im Überblick

  • welche Ursachen gibt es für den kreisrunden Haarausfall?
  • ist Stress ein Auslöser für die Erkrankung?
  • können auch der Bart und andere behaarte Körperstellen erkranken?
  • welche Behandlungen sind möglich, hilft Homöopathie?
  • kreisrunder Haarausfall bei Frauen und Kindern
  • wie zeigt sich die Erkrankung im Anfangsstadium?
  • welcher Arzt kann helfen?
  • welche Prognose gibt es für den kreisrunden Haarausfall?

Leseempfehlung nach diesem Beitrag: Kreisrunder Haarausfall am Bart / Kreisrunder Haarausfall durch Stress / Kreisrunder Haarausfall bei Frauen

Welche Ursachen gibt es für kreisrunden Haarausfall?

Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind noch nicht ausreichend erforscht. Die Erkrankung ist nicht auf das Geschlecht bezogen. Das heißt, er kann bei Frauen und Männern, aber auch bei Kindern auftreten. Oft ist es so, dass die Erkrankung bei Kindern erstmalig auftritt. Es ist aber auch möglich, dass sie erstmals im Erwachsenenalter in Erscheinung tritt. So spielt also das Alter keine ersichtliche Rolle für den Ausbruch. Andere Faktoren können jedoch für die Entstehung von kreisrundem Haarausfall mitverantwortlich sein. Dazu nachfolgend mehr.

Verursacht wird die Erkrankung Medizinern zufolge durch ein gestörtes Immunsystem. Es wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Ein falsch reguliertes Immunsystem sorgt auch dafür, dass sich die Abwehrzellen kontraproduktiv gegen die Haarwurzelzellen auswirken. Dann kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, die für ein gestörtes Haarwachstum sorgt und am Ende den Haarausfall zur Folge hat. Es zeigen sich kahle runde Stellen in den Haaren, wobei meistens der Kopf betroffen ist. Doch auch andere Stellen können betroffen sein, beispielsweise Augenbrauen, Bart und weitere behaarte Körperstellen. Die ausgeprägte Form des Krankheitsbilds verursacht den Verlust aller Körperhaare.

Kreisrunder Haarausfall kann sich im Verlauf stark auf die Psyche auswirken. Er sorgt dafür, dass die Lebensqualität stark eingeschränkt wird. Dazu tragen auch Mitmenschen bei, die sich von den daran erkrankten Patienten aufgrund von Unwissenheit abwenden und sich von ihnen distanzieren. Der Fachbegriff für kreisrunden Haarausfall ist Alopecia areata.

Einige Betroffene leiden zusätzlich an anderen Autoimmunerkrankungen, was laut Expertenmeinung ebenfalls für eine Autoimmunreaktion spricht. Des Weiteren können auch genetische Veranlagungen für den kreisrunden Haarausfall verantwortlich sein. Dieser kann durchaus innerhalb einer Familie mehrmals auftreten.

Darüber hinaus sind zum Teil psychogene Ursachen möglich. Kreisrunder Haarausfall kann zum Beispiel nach Trauerfällen, Unfällen oder bei Stress auftreten. Sicher ist jedoch nur, dass schädliche Umwelteinflüsse oder Mangelernährung nicht für das Auftreten von kreisrundem Haarausfall verantwortlich sind.

Wie kann kreisrunder Haarausfall behandelt werden?

Viele Betroffene fragen sich zunächst, wie die Erkrankung behandelt werden kann. Problematisch ist, dass die Ursachen noch nicht genügend erforscht sind und es deshalb auch keine Therapie gibt, um die Ursachen zu bekämpfen. Allerdings gibt es unterschiedliche Behandlungsformen, mit denen das Wachstum der Haare angeregt werden kann. In einigen Fällen sind sie wirksam, in anderen leider nicht.

Die Therapien können systemisch, also im ganzen Körper, oder lokal, also an den betroffenen Stellen, ansetzen, um das Wachstum der Haare anzuregen.

Helfen hautreizende Stoffe gegen die Erkrankung?

Zu den ältesten Therapien bei kreisrundem Haarausfall gehören hautreizende Stoffe, die auf die betroffenen Stellen aufgebracht werden und Irritationen auslösen. Das soll das Wachstum anregen.

Dazu werden diese auf die Regionen aufgetragen und müssen kurz einwirken. Anschließend werden sie wieder entfernt, damit sich die Haut nicht verfärben kann. Es gibt Patienten, die mit dieser Methode erfolgreich behandelt werden können und die Haare nachwachsen. Hat sich nach einem Vierteljahr jedoch keine Veränderung eingestellt, kann die Behandlung abgebrochen werden. Substanzen, die für diese Behandlung infrage kommen, sind Capsaicin, Chrysarobin oder eine Pfeffertinktur. Sie eignen sich jedoch nur, um einzelnen Patienten zu helfen.

Minoxidil – ein weiteres Mittel gegen kreisrunden Haarausfall

Minoxidil ist ein Wirkstoff, der als Lösung zur äußerlichen Behandlung eingesetzt wird, vor allem gegen erblich verursachten Haarausfall. Hin und wieder wird er aber auch gegen kreisrunden Haarausfall eingesetzt. Erfolgversprechende Ergebnisse haben sich bisher jedoch noch nicht gezeigt.

Kreisrunder Haarausfall bei Kindern wird an den betroffenen Stellen häufig mit einer geringeren Dosis Minoxidil und in Verbindung mit mittelstarkem Kortison behandelt.

Hilft Kortison gegen kreisrunden Haarausfall?

Eine weitere Form der Behandlung von kreisrundem Haarausfall sind Kortisonpräparate, die es als Lösungen und Cremes gibt. Doch auch hier gibt es keine zuverlässigen Langzeiterfolge, da es zu oft zu Rückfällen kommt. Bei immerhin etwa 50 Prozent sorgt diese Therapie dafür, dass die Haare nachwachsen können.

Möglich ist auch, dass Kortison in die betroffenen Areale injiziert wird. Geeignet sind diese Spritzen jedoch nur für kleine Stellen. Sind Scheitel und Schläfen betroffen, können sie nicht verwendet werden. Die Vorgehensweise muss behutsam erfolgen. Außerdem muss die Gesamtdosis beachtet werden. Wird zu viel verwendet, gerät der Wirkstoff in den Blutkreislauf und verursacht Nebenwirkungen, die im ganzen Körper auftreten. So können das Immunsystem geschwächt werden, das Cushing-Syndrom auftreten, sich Menstruationsstörungen oder Wassereinlagerungen im Körper bilden.

Leider ist die Wahrscheinlichkeit der Nebenwirkungen hoch, wenn der Wirkstoff als Tablette eingenommen wird. Daher wird eine solche Therapie nur dann verordnet, wenn es sich um schwere Fälle von kreisrundem Haarausfall handelt. Bei den meisten Betroffenen wachsen die Haare jedoch zuverlässig wieder nach. Der Nachteil ist jedoch, dass Kortison dauerhaft in hoher Dosierung verordnet wird und eben die beschriebenen Nebenwirkungen verursachen kann. Sobald die Dosis reduziert wird oder der Wirkstoff vollständig abgesetzt wird, tritt auch der Haarausfall wieder auf.

Kann Homöopathie bei kreisrundem Haarausfall helfen?

Es gibt alternative Therapien zur Schulmedizin bei kreisrundem Haarausfall. Dazu gehören nicht nur Homöopathie, sondern auch Schüßler-Salze. Die Wirksamkeit konnte allerdings bisher noch nicht wissenschaftlich erwiesen werden. Dennoch kann ein Versuch erfolgreich sein. Es gibt verschiedene homöopathische Mittel, die bei kreisrundem Haarausfall verordnet werden. Dazu gehören Lycopodium clavatum, Arsenicum album, Vinca minor, Phosphorus, Acidum hydrofluoricum, Selenium, Ustilago maydis oder Barium Carbonicum. Diese Mittel dürfen nicht parallel eingenommen werden. Lediglich einer dieser Wirkstoffe darf zur Behandlung genutzt werden.

Geeignete Schüßler-Salze gegen die Erkrankung sind vor allem Nr. 5 Kalium phosphoricum, aber auch die Nr. 11 Silicea sowie die Nr. 21 Zincum chloratum. Wer seine Haare durch Stress verliert, sollte Kalium phosphoricum als Globuli ausprobieren.

Wie zeigt sich kreisrunder Haarausfall im Anfangsstadium?

Im Anfangsstadium der Erkrankung zeigen sich noch keine größeren kahlen Stellen. Lediglich vermehrter Haarausfall lässt sich beobachten. Später zeigen sich deutlich abgegrenzte haarlose Areale. Sie bilden sich teilweise oder am ganzen Kopf.

Es gibt aber auch Formen von kreisrundem Haarausfall, bei denen die komplette Kopf- und Körperbehaarung ausfällt. Auch die Ursachen hierfür sind zum größten Teil noch nicht bekannt. Doch auch hier wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Die entzündeten Zellen sind am unteren Teil der Follikel angesiedelt und verhindern das Haarwachstum. Weil die Follikel aber nicht beschädigt werden, kann es in vielen Fällen spontan zur Erholung kommen, in anderen Fällen leider nicht.

Welcher Arzt hilft bei kreisrundem Haarausfall?

Der erste Weg sollte Betroffene zum Hautarzt führen, denn die Haarwurzeln befinden sich in der Haut. Hier ist der Hautarzt also Spezialist. Damit er die Ursache für den Haarausfall finden kann, müssen Betroffene die ausgefallenen Haare nach dem Kämmen zählen und/oder zur Untersuchung in die Praxis bringen.

Darüber hinaus helfen auch alle Informationen zum allgemeinen gesundheitlichen Zustand den Hautarzt, die richtige Diagnose zu finden. Angaben zur Einnahme von Medikamenten spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dem Dermatologen sollte auch mitgeteilt werden, ob Eltern und andere Verwandte an kreisrundem Haarausfall erkrankt sind, um sich einen Eindruck über die Erkrankung verschaffen zu können. Eventuell ist es aber später möglich, noch einen anderen Spezialisten aufzusuchen, der weiterführende Behandlungen durchführen muss, wenn es der Dermatologe für erforderlich hält. Auch davon kann der Erfolg der Heilung abhängig sein.

Welche Prognose gibt es für Betroffene?

Aktuell lässt sich der Verlauf der Erkrankung noch nicht vorhersehen. Bei Kindern kann jedoch eine bessere Prognose gestellt werden als bei Erwachsenen. Es ist möglich, dass kreisrunder Haarausfall von selbst ausheilt. Dabei zeigen sich zu Beginn nur sehr dünne und farblose Haare. Später normalisiert sich das aber wieder. Die Heilung kann dauerhaft oder nur temporär sein. In ungünstiger Konstellation fallen sie wieder aus.

Der Erfolg der vorhandenen Therapieformen ist nicht gesichert. Die Chancen auf eine Heilung sind besser, wenn sich die Erkrankung noch im Anfangsstadium befindet. Haarlose Regionen, die mehr als drei Jahre alt sind, können seltener geheilt werden.

War eine Behandlung erfolgreich und die Haare wachsen wieder nach, sind in der Regel keine Pigmente enthalten. Dann zeigen sich stellenweise weiße Haare im Kopfhaar. Manchmal fallen diese Haare nach einem Rückfall jedoch wieder aus. Sofern sich langfristig gesehen keine Möglichkeit zur Heilung abzeichnet, entscheiden sich viele Erkrankte dafür, eine Perücke zu tragen. Speziell dann, wenn die Krankheit sich auf dem ganzen Kopf ausgebreitet hat.

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