Werden die Kosten für eine IPL / Laser Haarentfernung von den Krankenkassen übernommen?

Werden die Kosten für eine Laser Haarentfernung von einem Insitut übernommen?

Nie wieder lästige Stoppeln an den Beinen, Achseln oder im Intimbereich – Das ist der Traum vieler Frauen und Männer. Durch eine professionelle Laser Haarentfernung im Institut oder den Kauf eines IPL Gerätes kann dieser Wunsch für jeden von uns in Erfüllung gehen. Doch eine dauerhafte Haarentfernung ist in jedem Fall mit hohen Kosten verbunden: In einem professionellen Institut können schnell vierstellige Preise für die Behandlung anfallen. Für hochwertige Geräte, die in den eigenen vier Wänden eingesetzt werden können, werden zwischen 200 und 500 Euro fällig.

Die Gründe für eine nachhaltige Haarentfernung sind vielfältig, wobei nicht immer ästhetische Aspekte im Vordergrund stehen: Einige Menschen leiden krankheitsbedingt unter einer starken Behaarung, sodass diese für Betroffene ebenso eine psychische Belastung nach sich ziehen kann. Auch für transsexuellen Menschen kann eine dauerhafte Behaarung – beispielsweise im Gesicht – schnell zu einem emotionalen Leiden führen. Wir haben uns in diesem Beitrag deshalb die Frage gestellt, ob die Krankenkassen für eine dauerhafte Haarentfernung aufkommen muss (?). Freu Dich nachfolgend auf eine umfassende Antwort. 🙂

Wie funktioniert die Laser Haarentfernung genau

Bei der Laser und IPL Haarentfernung werden Haare mit Lichtblitzen beseitigt. Das Licht wird durch das Farbpigment Melanin in den Haaren aufgenommen und bis an die Haarwurzel weitergeleitet. Unter der Hauptoberfläche kommt es zu einer thermischen Reaktion, wobei die hohen Temperaturen dafür verantwortlich sind, dass die Haarfollikel nachhaltig verödet werden. Die Folge? Die Haare fallen mit der Zeit aus und wachsen nicht mehr nach. Doch wird eine dauerhafte Haarentfernung auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen? Wir möchten diese Frage nachfolgend beantworten.

Krankenkassen lehnen die Behandlung grundsätzlich ab

Wenn man im Internet nach Beiträgen zur Kostenübernahme einer Laser Haarentfernung sucht, findet man grundsätzlich wenig Informationen von den Krankenkassen selbst (siehe auch letzter Abschnitt). Dies ist bereits ein erster Indikator, dass die Übernahme keine grundsätzliche Leistung der KK ist und die Kostenübernahme in jedem Fall beantragt werden muss.

In einem Forenbeitrag der Barmer GEK wird die Frage nach der Kostenübernahme verneint. Auch professionellen Instituten zufolge zahlt die Krankenkasse auf keinen Fall, wenn für die dauerhafte Haarentfernung lediglich kosmetische oder ästhetischen Gründe vorliegen. Bezüglich einem krankheitsbedingten Wunsch nach der IPL oder Laser Behandlung, gab es in den letzten Jahren einige Gerichtsurteile, die Betroffenen nicht unbedingt Hoffnung schenken sollte. Dazu aber im nächsten Abschnitt mehr.

Gerichtsurteil stellt fest: Laser Haarentfernung ist eine individuelle Gesundheitsleistung und muss selbst bezahlt werden

#Der Fall: Eine Klägerin, die krankheitsbedingt unter einer starken Gesichtsbehaarung litt und von ihrer Ärztin ein damit verbundenes physisches Leiden bescheinigt bekommen hat, klagte gegen die Krankenkasse und forderte eine Kostenübernahme für die Laser Haarentfernung. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) lehnt den Antrag nicht sofort ab, verwies jedoch darauf, dass die Laser-Therapie nicht ausreichend erforscht sei und auch die Wirksamkeit der Methode bislang noch nicht ausreichend nachgewiesen wurden. Es folgte ein rechtlicher Streit, wobei die Klage der Patient vom Landesgericht Rheinland-Pfalz abgewiesen wurde. Die Richterin rechtfertigte ihr Urteil damit, dass es sich hierbei um eine “neue Methode” handele und die Krankenkassen nur dann zahlen müssten, wenn der “Gemeinsamen Bundesausschusses” * die Behandlung als effektiv und wirksam absegnen würde.

Update: Krankenkasse muss bei Transsexualität zahlen

#Der Fall: Eine Klägerin, die von ihrem Hausarzt eine Transsexualität bestätigt bekommen hat, klagt gegen die Krankenkasse für die Kostenübernahme einer Laser Haarentfernung. Das Sozialgericht Hannover urteilt, dass die Kosten für die Behandlung durch von der KK getragen werden müssen. Das Gericht berief sich auf das BSG: Laut dem Bundessozialgericht steht transsexuellen Versicherten eine finanzielle Unterstützung der Krankenkasse zur Reduzierung des psychischen Leidens durch kosmetische Behandlungen zu.

Welche Informationen findet man im Netz

Wenn man nach Begriffen wie “Laser Haarentfernung Kosten Krankenkasse” oder “IPL Kosten Krankenkasse” googelt, findet man erschreckend wenig Informationen im Internet. Unter den Top-Treffern sind Beiträge von Blogs und Instituten zu finden, die sich ebenfalls dieser Ausgangsfrage gewidmet haben. Doch welche Informationen zur Kostenübernahme haben die gesetzlichen Krankenkassen diesbezüglich selbst veröffentlicht? Wir sind dieser Frage nachgegangen und möchten unseren Ergebnisse nachfolgend tabellarisch vorstellen:

KrankenkasseInformationen auf der Webseite (Stand: Juli 2019)
BarmerBei der Barmer haben wir lediglich einen Forenbeitrag gefunden, in dem es heißt: "Die Kosten einer Laserepilation können leider nicht übernommen werden.Es laufen ausschlließlich Verhandlungen, die Laserepilation für die Behandlung eines Mann-Frau-Transsexualismus in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen." Nach dem aktuellen Gerichtsurteil wissen wir jedoch nicht, wie es bei der Barmer jetzt mit der Kostenübernahme aussieht.
AOK Auch die AOK verneint die Übernahme der Kosten, es sei denn der Patient leidet unter einer ernsthaften Erkrankung: "Sie ist deshalb in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen
(GKV). Nur Patienten mit krankhaftem oder entstellendem Haarwuchs (Hypertrichose, Hirsutismus)
haben einen Anspruch auf eine Behandlung zu Lasten der Krankenkassen."
TKKeine Informationen auf der Webseite der Krankenkasse gefunden.
HEKKeine Informationen auf der Webseite der Krankenkasse gefunden.

Fazit zur Kostenübernahme durch die KK

Stehen bei der dauerhaften Haarentfernung ausschließlich kosmetische Gründe im Vordergrund, werden die Kosten durch eine Krankenkasse höchstwahrscheinlich nicht übernommen. Bei einer Behandlung aufgrund von Transsexualität können die Kassen laut der neusten Gerichtsurteile aus dem Jahr 2018 durchaus belastet werden. Wir sind gespannt auf weitere rechtliche Prozesse in den kommenden Jahren und werden bei neuen Gerichtsurteilen umgehend auf unserer Webseite davon berichten. 

 

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Letzte Aktualisierung am 21.10.2019. Die gezeigten Produkte sind mit Affiliate Links versehen und die Bilder von der Amazon API. Es handelt sich hierbei um keinen eigens durchgeführten Produkt Test (Weitere Informationen in der Fußzeile).

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