Hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen und Männern – Über Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Hormonell bedingter Haarausfall: Dieser Ratgeber klärt auf.

Zwar leiden überwiegend Männer unter Haarausfall, aber auch bei Frauen ist er keine Seltenheit: Bei Männern sind es 60-80 %, während er nur 20-30 % der Frauen betrifft. Wenn man es herunterbricht, ist also ungefähr jeder vierte Deutsche von Alopezie, der medizinische Begriff für Haarausfall, betroffen. Und eins ist sicher: Somit leidet auch jeder vierte Deutsche unter dem Verlust des Kopfhaares, denn niemand hat gerne kahle Stellen auf dem Kopf.

Was bei den meisten Betroffenen bereits vor dem 20. Lebensjahr mit Geheimratsecken und lichten Stellen auf dem Kopf anfängt, endet schließlich in einer Glatze. Doch was sind eigentlich die Ursachen dafür und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und die entscheidende Frage: Wachsen die Haare wieder nach?

Zusammenfassung zum hormonell bedingtem Haarausfall

  • Bei Frauen in den Wechseljahren kann eine gestagen-haltige Pille helfen
  • Medikamente, die gegen die Störung von DHT wirken, können den Haarausfall stoppen.
  • Der neueste Therapie-Ansatz gegen Haarausfall ist die Elektrostimulation der Haarfollikel
  • Homöopathie, Shampoos und Nahrungsergänzungsmittel können unterstützend eingesetzt werden

Die Ursachen des Haarausfalls bei Männern und bei Frauen

Auch wenn die Ursachen für den Haarausfall bei den beiden Geschlechtern unterschiedlich sind, ist er für Männer und Frauen gleichermaßen belastend. Bei beiden spielen Hormone eine wichtige Rolle, denn sie haben als Botenstoffe im Körper viele verschiedene Aufgaben, so gehören unter anderem die Regulation des Haarzykluses und die Zellteilung dazu. Bei Frauen sind die Ursachen eher auf eine hormonelle Umstellung zurückzuführen, während sie bei Männern meist in einem Gendefekt liegen.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern? Das sind die Ursachen.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern

Bei Männern handelt es sich um androgenetische Alopezie, was der medizinische Fachbegriff für erblich bedingten Haarausfall ist. Dieser äußert sich anfangs mit einer hohen Stirn, die in Geheimratsecken übergeht oder er fängt auch mit einer kreisförmigen Glatze am Hinterkopf an, die man auch als Tonsur bezeichnet.

Der Grund für androgenetische Alopezie liegt in dem körpereigenen Botenstoff namens Dihydrotestosteron (DHT). DHT wird mithilfe des Geschlechtshormons Testosteron gebildet und sorgt dafür, dass die empfindlichen Haarfollikel geschädigt werden. Die Haarfollikel verkümmern, da sich die Blutgefäße, die eigentlich für die Nährstoff-Versorgung verantwortlich sind, zurückbilden.
Diese Unterversorgung sorgt dafür, dass die Wachstumsphasen deutlich verkürzt und die Ruhephasen dementsprechend verlängert werden. Dies hat zur Folge, dass der Wachstumszyklus der Haare ebenfalls kürzer wird und dünnere Haare beziehungsweise gar keine Haare mehr gebildet werden. Diese Überempfindlichkeit der Haarfollikel kann sowohl mütterlicherseits, als auch väterlicherseits vererbt werden. Allerdings ist es bislang immer noch nicht ganz klar, welche Gene im Erbmaterial genau für den Haarausfall verantwortlich sind.

# Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT hier >

Hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen

Die Ursachen für den Verlust von Haaren liegt bei Frauen in den meisten Fällen an einer Hormonumstellung, wie es zum Beispiel bei einer Schwangerschaft, beim Beginn oder Absetzen der Antibabypille, der Stillzeit oder auch während der Wechseljahre der Fall ist.

Schwangerschaft und Haarausfall

Während der Schwangerschaft fangen Frauen ja bekanntlich an zu strahlen. Auch ihr Haar wird dichter, schöner und glänzender. Das liegt daran, dass während der Schwangerschaft der Spiegel des Geschlechtshormons Östrogen deutlich ansteigt, welches dazu führt, dass sich die Wachstumsphase des Haarzyklus verlängert.

Da nach der Geburt der Östrogen-Spiegel wieder sinkt und sich die Wachstumsphasen verkürzen, leiden viele Schwangere nach der Entbindung an Haarausfall. Dies geschieht in einem Zeitraum zwischen zwei bis vier Monaten, normalisiert sich jedoch danach wieder recht schnell und man muss sich keine Sorgen machen.

Antibabypille und Haarausfall

Viele Antibabypillen enthalten künstliche Östrogene, die das Haarwachstum anregen. Wenn Frauen lange Zeit die Antibabypille eingenommen haben und diese dann Absetzen, ist es keine Seltenheit, dass sie durch den sinkenden Östrogen-Spiegel Haare verlieren. Wie auch bei Frauen nach der Geburt ist das kein Grund zur Sorge, denn der hormonell bedingte Haarausfall normalisiert sich in der Regeln nach einigen Wochen oder Monaten.

Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei hormonell bedingtem Haarausfall

Behandlungsmöglichkeiten für erblicher Veranlagung

Da DHT die Ursache für erblich bedingtem Haarausfall ist, sollte man Medikamente nehmen, die gezielt darauf einwirken. Ein Wirkstoff ist zum Beispiel “Minoxidil”, mit dessen Hilfe sich der erblich bedingte Haarausfall stoppen lässt. Allerdings bedeutet “stoppen” in dem Fall, dass der aktuelle Haar-Status aufrechterhalten wird und man die Frage “Wachsen die Haare wieder nach?” leider verneinen muss. Aus diesem Grund ist die Behandlung nur effektiv, wenn man recht früh damit beginnt. Nicht-medikamentöse Behandlungs-Ansätze, wie zum Beispiel pflanzliche Präparate, Nahrungsergänzungsmittel, Shampoos oder Homöopathie, können zwar unterstützend, wirken jedoch nicht wirklich in das Krankheitsgeschehen eingreifen.

Behandlungsmöglichkeiten für Frauen in den Wechseljahren

Bei Frauen, die kurz vor den Wechseljahren sind, kann es helfen, die Antibabypille wieder einzunehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Pille das Hormon “Gestagen” enthält, welches dafür sorgt, dass männliche Geschlechtshormone an Rezeptoren gebunden werden. So kann die ungünstige Wirkung von Testosteron auf die Haarfollikel größtenteils eingedämmt werden.

Eine weitere Möglichkeit für Frauen in den Wechseljahren ist der Wirkstoff Cyproteron, der ebenfalls wie gestagen-haltige Pillen eine antiandrogene Wirkung hat.

Ein recht neuer Therapie-Ansatz ist die elektrische Stimulation der Haarfollikel. Dies geschieht mit einem Mini-Generator, der sich selbst durch Bewegung auflädt und so klein ist, dass man ihn problemlos unter einem Hut oder einer anderen Kopfbedeckung verstecken kann. Durch die elektrischen Impulse sollen die Haarfollikel stimuliert und reaktiviert werden, sodass die Wachstumsphasen länger werden. Bis jetzt wurde die Elektrostimulation erfolgreich an Nagern getestet und nun wird darauf gewartet, dass es auch für Menschen zugelassen wird.

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