Homöopathie bei Haarausfall: Tatsächliche eine Hilfe oder Geldmacherei?

Homöopathie bei Haarausfall? Wir geben Auskunft.

Unsere Haare wachsen innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich 0,3 Millimeter, wobei mehrere davon am Tag ausfallen. Von Haarausfall sprechen Mediziner jedoch erst dann, wenn über einen langen Zeitraum täglich mehr als 100 Haare verloren gehen.

Laut statistischen Zahlen leiden 8 von 10 Männer im Laufe ihres Lebens unter erblich bedingtem Haarausfall. Unter Frauen sind es immerhin noch 30 %. Doch auch andere Faktoren wie Krankheiten, anhaltender Stress und Hormonschwankungen können dafür verantwortlich sein.

Wenden sich Betroffene an einen Dermatologen, wird ihnen häufig zu einer medikamentösen Behandlung geraten. Doch wie steht es um homöopathische Mittel? Können auch diese gegen Haarausfall helfen? Unsere Autoren sind dieser Frage nachgegangen und werden nachfolgend eine Antwort geben.

Vorab: Der Wachstumszyklus der Haare

Unsere Haare durchlaufen einen Wachstumszyklus, welcher sich in drei unterschiedliche Phasen einteilen lässt. In der Anagenphase (Wachstumsphase), in welcher sich bis zu 90 % unserer Haare befinden und die bis zu fünf Jahre anhält, fängt das Haar an zu wachsen. Außerdem werden die Haare durch das Melanin in den Haarwurzeln gefärbt. Nach der Wachstumsphase treten die Haare in die Übergangsphase (Katagenphase) ein, welche nur zwei bis drei Wochen anhält. In dieser Zeit wird der Haarfollikel bereits dünner und nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Abschließend durchläuft das Haar eine zweimonatige Ruhephase (Telogenphase), welche mit Haarausfall abgeschlossen wird. Kommt es im Verlauf dieser Zeit zu einer Störung, treten die Haare frühzeitig aus der Wachstumsphase in die Ruhephase ein. In diesem Fall können je nach Ursache homöopathische Mittel helfen. Dazu nachfolgend mehr.

Homöopathie gegen Haarausfall – Wirklich sinnvoll?

Homöopathie gegen Haarausfall? Dieser Ratgeber verrät mehr.

Die ersten homöopathischen Therapien gehen auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann im 18. Jahrhundert zurück, der eine Krankheit immer als ganzheitliche Störung im Körper betrachtete.

Heutzutage sind alternative Heilmittel als Pendant zur klassischen Schulmedizin kaum noch wegzudenken und werden weltweit von Milliarden Menschen zur Linderung unterschiedlicher Beschwerden eingenommen.

Betroffene, die an Haarausfall leiden, können neben einer medikamentösen Behandlung auch auf homöopathische Mittel zurückgreifen. Aufgrund der guten Verträglichkeit, unkomplizierten Einnahme und günstigen Kosten sind vor allem Globuli Tabletten und Schüssler Salze besonders beliebt. Nachfolgend möchten wir sowohl auf Schüssler Salze als auch Globuli genauer eingehen.

Wissenswert: Die positive Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln gegen Haarausfall konnte nie wissenschaftlich nachgewiesen werden. Ob man einen Selbstversuch mit solchen Mitteln startet, sollte also jeder für sich entscheiden. 

Schüssler Salze

Schüssler Salze sind das bekannteste homöopathische Mittel gegen Haarausfall und gehen auf den homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler zurück. Dieser war davon überzeugt, dass die biochemischen Prozesse im Körper nur dann richtig ablaufen können, wenn ein ausgewogenes Verhältnis an Mineralsalzen im Körper vorliegen würde. Folgende Wirkstoffe sollen Betroffenen, die unter Haarausfall leiden, nach der Schüssler Therapie helfen:

Nr. 11, Silicea:  Empfohlen zur Festigung des Bindegewebes und bei diffusem Haarausfall

Nr. 9, Natrium phosphoricum: Empfohlen bei fettigen oder trockenen Haaren und diffusem Haarausfall

Nr. 5, Kalium phosphoricum: Empfohlen kreisrundem Haarausfall

Nr. 2, Calcium phosphoricum und Nr. 8 Natrium chloratum: Empfohlen zur Stärkung der Haare

Mehr Informationen: Schüssler Salze und Haarausfall >

Globuli

Homöopathie bei Haarausfall: Welche Mittel können helfen?

Menschen die laktoseintolerant sind, sollten statt Schüssler Salzen lieber auf Globuli setzen. Da sich diese aus Rohr- statt Milchzucker zusammensetzen, sind sie eine überaus beliebte Alternative.

Nachfolgend möchten wir aufzeigen, welche Wirkstoffe bei welcher Form des Haarausfalls helfen sollen. Mehr Informationen diesbezüglich haben wir übrigens unter dem nachfolgenden Link veröffentlicht: Globuli und Haarausfall >

Kreisrunder Haarausfall: Wirkstoff Barium Carbonicum mit der Potenz D12

Hormonell bedingter Haarausfall: Wirkstoff Sepia mit der Potenz D12

Haarausfall bei Stress: Wirkstoff Acidum phosphoricum mit der Potenz D12

Haarausfall in Kombination mit Hautproblemen: Wirkstoff Selenium mit der Potenz D12

Haarausfall in den Wechseljahren: Wirkstoff Sepia mit der Potenz D12

Einnahmeempfehlung: Von den genannten Tabletten können 5 Globuli dreimal über den Tag verteilt eingenommen werden.

Einnahme und Dosierung von Globuli

Globuli sollten 15 Minuten vor oder nach dem Essen bzw. Zähneputzen eingenommen werden. Um die Wirkung zu maximieren, empfiehlt es sich, die kleinen Kügelchen einfach auf der Zunge zergehen zu lassen. Wichtig ist, dass die Mundschleimhäute dabei sauber sind, also vor der Anwendung gründlich gereinigt wurden. Laut Naturheilpraktikern sollten Globuli solange eingenommen werden, bis man eine Besserung wahrnimmt. Die genaue Dosierung ist in der Regel vom Krankheitsverlauf und dem spezifischen Wirkstoff abhängig.

Homöopathie bei kreisrundem Haarausfall

Bei kreisrundem Haarausfall leiden die Betroffenen an haarlosen, runden Stellen am Kopf. Nicht unüblich ist, dass sich die Erkrankungen auch an den Augenbrauen und bei Männern zusätzlich am Bart bemerkbar macht. Verantwortlich dafür ist eine Immunstörung, wobei körpereigene Zellen gegen die Haarfollikel angreifen.

Bei dieser Form des Haarausfalls empfehlen Naturheilpraktiker häufig den Wirkstoff Barium Carbonicum (Globuli). Von den Schüssler Salzen soll die Nummer 5 – Kalium phosphoricum – helfen, wobei in der Regel eine Dosierung von sechs bis acht Tabletten empfohlen wird.

Homöopathie bei diffusem Haarausfall

Diffuser Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben:

  • Hormonschwankungen durch die Wechseljahre oder die Pille
  • Anhaltender Stress
  • Nährstoffmangel 
  • Unausgewogene Ernährung
  • Rauchen und verstärkter Alkoholkonsum 
  • Erkrankungen 

Je nach Ursache können verschiedene homöopathische Mittel helfen. Die folgenden Wirkstoffe werden vermehrt von Naturheilpraktikern verschrieben:

  • Lycopodium clavatum 
  • Arsenicum album
  • Vinca minor
  • Phosphorus
  • Acidum hydrofluoricum
  • Selenium 
  • Ustilago maydis
  • Barium Carbonicum 

Erfahrungen mit Homöopathie bei Haarausfall

Wer sich im Netz nach einem homöopathischen Mittel gegen Haarausfall umschaut, ist üblicherweise auch daran interessiert, welche Erfahrungen andere Menschen gemacht haben. Daher haben sich unsere Autoren in Foren und Facebookgruppen einmal genauer umgehört.

Nach intensiver Recherche haben wir festgestellt, dass die Meinungen durchaus verschieden sind. Viele Anwender berichten, dass die Globuli Tabletten ihren Haarausfall deutlich lindern konnte. Andere haben von einer mehrmonatigen Einnahme überhaupt nichts gespürt.

Bei einem solch ernüchternden Fazit bleibt einem wohl nichts anderes übrig, als sich von der Wirkung selbst ein Bild zu machen. 

Andere natürliche Mittel gegen Haarausfall

Neben homöopathischen Wirkstoffen kann man zusätzlich auf andere natürliche Mittel zurückgreifen. Viele Personen berichten bei nicht krankheitsbedingtem Haarausfall von einer Verbesserung durch den regelmäßigen Gebrauch von Kokosöl und der Einnahme von Bockshornklee.

Fazit

Möchte man vielen Erfahrungsberichten im Netz Glauben schenken, können homöopathische Mittel tatsächlich gegen Haarausfall helfen. Demgegenüber steht die Schulmedizin, welche sich in der Regel, auf die fehlenden wissenschaftliche Belegen beruft und die Einnahme von Medikamenten empfiehlt.

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