Haarausfall in den Wechseljahren: Info’s und Behandlungsmöglichkeiten

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Haarausfall in den Wechseljahren: Dieser Ratgeber gibt Auskunft.

Jeder Mensch ist einzigartig. Doch ganz egal, ob wir blonde, braune, schwarze, rote oder graue Haare haben, eins steht fest: Sie sind das Spiegelbild körperlicher und psychischer Gesundheit. Umso größer das Unbehagen, wenn uns die Haare im Laufe des Lebens ausfallen.

Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben. Zu viel Stress im Alltag, ein Nährstoffmangel, eine kranke Schilddrüse, eine Störung des eigenen Immunsystems oder auch Hormonschwankung sind nur einige Auslöser für den ungewollten Verlust unserer Kopfhaare.

Bei vielen Frauen beginnt der Haarausfall, wenn die Produktion von Progesteron und Östrogen abnimmt und sich die Regelblutung seltener bemerkbar macht: Die Wechseljahre (auch Menopause genannt) stehen vor der Tür. Doch was passiert dabei im weiblichen Organismus? Und was können Betroffene tun, um gegen den Haarverlust vorzugehen? In diesem Ratgeber möchten unsere Autoren diesen Fragen nachgehen wissenswerte Informationen über den Zusammenhang der Wechseljahre und Haarausfall bereitstellen.

Die Informationen im Überblick

  • Von Haarausfall sprechen Mediziner erst, wenn regelmäßig mehr als 100 Haare am Tag verloren gehen.
  • Während der Menopause nimmt die Produktion an Östrogene und Progesteron ab.
  • Durch die Hormonveränderungen (zu wenig Östrogen und zu viel Dihydrotestosteron (DHT)) wird der Lebenszyklus des Haares gestört. Die Haarwurzeln reagieren empfindlich gegenüber DHT, was dazu führt, dass die Haare dünner werden und frühzeitig ausfallen.
  • Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT hier >
  • Auch andere Ursachen wie ein Nährstoffmangel oder zu viel Stress sind nicht auszuschließen.

Ab wann man von Haarausfall sprechen kann

Unsere Haare durchlaufen einen natürlichen Lebenszyklus, welcher mit Haarausfall endet (darauf werden wir im nachfolgenden Abschnitt noch genauer eingehen). Insofern ist es völlig normal und unbedenklich ist, wenn wir am Tag einige Haare verlieren. Aus medizinischer Sicht wird erst dann von Haarausfall gesprochen, wenn uns am Tag mehr als 100 Haare verloren gehen. Wer sich nicht sicher ist, wie viele Haare täglich ausfallen, sollte sich einmal die Mühe machen und diese in der Bürste, auf dem Kopfkissen, Waschen oder der Dusche zählen. Nur so lässt sich bestimmen, ob ein krankhafter Haarausfall vorliegt.

Hier erklärt: Der natürliche Lebenszyklus des Haares.

Welche Phasen durchläuft ein Haar?

Wenn man verstehen möchte, was während der Wechseljahre im Körper der Frau passiert, ist es hilfreich, zunächst einmal den natürlichen Lebenszyklus der Haare in seine einzelnen Phasen zu zerlegen.

Das Haar beginnt in der sog. Anagenphase (Wachstumsphase) an sich auszubilden und kräftiger zu werden. Je nach Person kann diese Phase zwei bis sechs Jahre andauern. Ist das Haar voll ausgewachsen, tritt es in eine 2-wöchige Katagenphase (Übergangsphase) über. Hier hören die Haare auf zuwachsen und werden von nun an nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Während der abschließenden Telogenphase (Ruhephase), die ca. 3 bis 6 Monate anhält, bildet sich bereits ein neues Härchen aus und schiebt das ausgewachsene Haare aus dem Haarfollikel heraus. Die Folge? Das Haar fällt aus. 

Symptome in der Menopause

Grundsätzlich kann sich die Menopause der Frau mit zahlreichen Symptomen in unterschiedlicher Intensität bemerkbar machen. Während bei vielen Frauen lediglich die Regelblutung fernbleibt, leiden andere an zahlreichen gesundheitlichen Problemen. Dazu können u.a. Schlafstörungen, vermehrte Wassereinlagerungen, Kopfschmerzen starke Stimmungsschwankungen aber auch Hitzewallungen gehören.

Schuld für die Beschwerden ist eine verminderte Hormonproduktion. Östrogene und Progesteron, die im gebärfähigen Lebensjahren eine zentrale Rolle im weiblichen Körper eingenommen haben, bleiben zunehmend aus. Der Körper muss sich auf diese Hormonschwankungen gewöhnen und dementsprechend anpassen.

Doch wie kommt es jetzt zu Haarausfall?

Östrogenspiegel sinkt: Die eigentliche Ursache des Haarausfalls?

Mütter können sich vermutlich daran erinnern, dass ihre Haare in der Schwangerschaft deutlich voluminöser und gesünder waren. Verursacht wurde dies durch einen Anstieg des Östrogenspiegels im weiblichen Organismus. Dabei wurden mehr Haare als üblich in der Wachstumsphase gehalten. Nach der Entbindung hat sich die Östrogenproduktion im Körper normalisiert, wodurch mehr Haare in die Ruhephase übergegangen sind. Folglich konnte man einen vermehrten Haarausfall wahrnehmen.

Ähnlich ist es auch in den Wechseljahren, wobei das männliche Sexualhormon DHT dabei eine wichtige Rolle einnimmt. Dazu im nachfolgenden Abschnitt mehr.

Das böse Dihydrotestosteron (DHT)..

DHT ist der Verursacher für Haarausfall in den Wechseljahren.

DHT (Dihydrotestosteron) ist ein biologisch aktives Zwischenprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Das DHT wird durch das im menschlichen Körper vorhandene Enzym SRD5 aus Testosteron gewonnen. Auch wenn das DHT im weiblichen Organismus weniger stark konzentriert vorkommt als bei Männern, gilt es als Hauptverursacher für den Haarausfall in den Wechseljahren.

Durch die Hormonveränderungen (zu wenig Östrogen und zu viel Dihydrotestosteron) wird der natürliche Lebenszyklus des Haares unterbunden. Die Haarwurzeln reagieren empfindlich gegenüber DHT, was dazu führt, dass sie frühzeitig in die Ruhephase übergehen. In der Folge wird das Haar dünner und fällt aus. Das macht sich in der Regel vor allem in der Scheitelregion bemerkbar macht.

Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT, hier >

Übrigens: Wie empfindlich die Haarwurzeln auf das DHT reagieren, ist laut aktuellem Forschungsstand anlagebedingt und wird somit durch die Gene der Eltern beeinflusst. Daher spricht man bei Haarausfall in den Wechseljahren auch von einem hormonell-anlagebedingten Haarverlust.

Haarausfall in den Wechseljahren: Was hilft bzw. was kann man tun?

Um den Haarausfall in den Wechseljahren zu stoppen, kommen verschiedene medikamentöse Wirkstoffe infrage. Beispielsweise kann Minoxidil – wissenschaftlich belegt – gegen anlagebedingten Haarausfall helfen und die Wirkung von DHT an der Haarwurzel abschwächen.

Ferner besteht die Möglichkeit Alfatradiol einzunehmen, um die Enzym 5α-Reduktase zu hemmen und Haarausfall entgegenzuwirken. Allerdings müssen solche Präparate bei einem erblich bedingtem Haarausfall dauerhaft eingenommen werden und sind nicht selten mit Nebenwirkungen verbunden. Auf der anderen Seite kann die Einnahme von Hormontabletten Abhilfe verschaffen.

In jedem Fall ist eine dermatologische Untersuchung mit einer auf die Diagnose ausgerichtete Therapie zu empfehlen.

Wie steht es um die Wirkung von Shampoos und Nahrungsergänzungsmitteln?

Auch wenn Vitamine und Spurenelemente eine wichtige Bedeutung beim Haarwachstum einnehmen, können sie bei Haarausfall in den Wechseljahren, soweit dieser anlagebedingt ist, nicht weiterhelfen. Zumindest existieren dafür keine wissenschaftlichen Belege. Ähnlich steht es um Shampoos gegen Haarausfall >.

Hilft Globuli gegen Haarausfall in den Wechseljahren?

Zu den bekanntesten homöopathischen Mittel gehören Globuli. Diese werden aus Zuckern gewonnen und sollen gegen verschiedene körperliche Leiden helfen. Um die Wirksamkeit der kleinen weißen Pillen zu maximieren, sollen man diese einfach auf der Zunge zergehen lassen. Bei Haarausfall in den Wechseljahren sollen 15 Tabletten vom Wirkstoff Sepia D12 täglich Abhilfe verschaffen. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür allerdings auch nicht.

# Lesetipp: Einen ausführlichen Artikel über Globuli und Haarausfall haben wir hier veröffentlicht >

Wie steht es um die Wirkung von Schüssler Salzen und Haarausfall?

Recherchiert man im deutsch- und englischsprachigen Raum nach Studien, ist festzustellen, dass es keine Studien gibt, die belegen, dass Schüssler Salze gegen Haarverlust tatsächlich helfen können. Dennoch kann man vielen Erfahrungsberichten entnehmen, dass die Einnahme des Salzes 11 und 5 vielen Betroffenen weitergeholfen hat. Mehr dazu hier: Schüssler Salze gegen Haarverlust >

Können auch andere Ursachen infrage kommen?

Es ist nicht auszuschließen, dass für den Haarverlust in den Wechseljahren auch andere Gründe verantwortlich sind. So kann beispielsweise zu viel Stress, eine Mangel an Biotin, Eisen oder Zink schuld an Haarausfall sein. Da verschiedene Ursachen infrage kommen, sollte in jedem Fall eine dermatologische Untersuchung erfolgen.

Ansprechpartner bei Haarausfall in den Wechseljahren

Bei starkem Haarausfall in den Wechseljahren ist ein Dermatologe die richtige Anlaufstelle. Dieser kann mithilfe verschiedener Labortests genauer die Ursachen bestimmen und eine Therapieempfehlung gegen den hormonell-anlagebedingten Haarausfall geben.

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