Haarausfall durch Vitaminmangel: Ist das möglich?

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung ist für gesundes Haar unerlässlich.

Haarausfall ist in unserer heutigen Gesellschaft weitverbreitet. Fast 9 von 10 Männern leiden im Laufe des Lebens darunter. Für den Verlust der Kopfhaare sind häufig mehrere Faktoren verantwortlich, die von einer genetischen Disposition über anhaltenden Stress bis hin zu einer Erkrankung des Immunsystems reichen. Häufig wird Haarausfall auch mit einem ungesunden Lebensstil oder einer Mangelernährung in Verbindung gebracht.

Bei Letzterem stehen vor allem Vitamine und Spurenelemente im Vordergrund, die bei einem Defizit zu verschiedenen körperlichen Symptomen führen können. Doch kann ein Vitaminmangel tatsächlich zu diffusem Haarausfall führen? Unsere Autoren haben sich mit dieser Frage genauer beschäftigt und möchten nachfolgend ihre Ergebnisse vorstellen.

So wachsen unsere Haare

Bevor wir uns mit der Ausgangsfrage auseinandersetzen, ergibt es durchaus Sinn zunächst den natürlichen Wachstumszyklus der Haare zu verstehen. Dieser lässt sich in drei unterschiedliche Phasen einteilen:

  • Haarausfall durch einen Vitaminmangel?

    Anagenphase: Diese Phase dauert bis zu 5 Jahre. In dieser Zeit bilden sich dauerhaft neue Zellen. Die Haare fangen an zu wachsen, treten aus der Haarwurzel aus und werden im Laufe der Zeit länger.

  • Katagenphase: Nach der Wachstumsphase tritt das Haar in eine 2-3 wöchige Übergangsphase ein. Hier wird die Zellbildung gestoppt und Haarfollikel werden nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt.
  • Telogenphase: Diese Phase dauert ca. 2-4 Monate und wird mit Haarausfall abgeschlossen.

Und ab wann leidet man an Haarausfall?

Wer täglich ein paar Haare im Waschbecken oder der Bürste entdeckt, leidet noch nicht gleich unter Haarausfall. Für Dermatologen beginnt ein krankhafter Haarverlust dann, wenn über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare verloren gehen. 

Nun aber zur Ausgangsfrage: Kann ein Vitaminmangel zu Haarausfall führen?

Vitamin Mangel und Haarausfall?

Vitamine sind organischen Substanzen, die in kleinen Mengen in der Nahrung – vor allem Obst und Gemüse – vorkommen. Für den menschlichen Organismus sind Vitamine unerlässlich, um die Stoffwechselprozesse im Körper aufrechtzuerhalten. Bei einem Vitaminmangel kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen und über einen längeren Zeitraum zu ernsthaften Erkrankungen kommen. Begünstigt wird ein Mangel durch eine unausgewogene Ernährung aber auch durch Erkrankungen, welche die Nährstoffaufnahme im Darm verhindern.

Nicht selten zeigt sich ein Vitamindefizit auch durch trockenes, strohiges Haar oder diffusen Haarverlust. Durch einen Mangel kann der aufgezeigte Lebenszyklus des Haares gestört werden. Fehlt dem Körper über einen längeren Zeitraum ein Vitamin, so kann die Anagenphase frühzeitig unterbrochen werden. Mehr Haare treten in die Ruhephase ein und fallen aus. Nachfolgend möchten wir uns mit denjenigen Vitaminen genauer auseinandersetzen, die für ein natürliches und gesundes Haarwachstum unerlässlich sind.

Biotin, Vitamin H, Vitamin 7 für mehr Schönheit

Biotin, auch häufig Vitamin H oder Vitamin 7 genannt, ist ein wasserlöslicher Stoff, welcher nur in geringen Mengen vom menschlichen Körper selbst gebildet werden kann. Fehlt dem menschlichen Körper Biotin, kann dies unterschiedliche Symptomen verursachen. Dazu gehören brüchige Haare und Nägel, Muskelschmerzen sowie eine unreine Haut. Nicht umsonst wird Biotin häufig auch als “Schönheitsvitamin” betitelt. Mehr Informationen über Biotin und Haarausfall haben wir hier veröffentlicht >

In den nachfolgenden Lebensmitteln ist besonders viel Biotin enthalten:

  • Trockene Hefe, 200 μg
  • Rinderleber, 105 μg
  • Eigelb, 50 μg
  • Soja, 30 μg
  • Walnüsse, 20 μg

Vitamin E fördert das Haarwachstum

Vitamin E bewahrt den Körper vor freien Radikalen. Wer Haarausfall vermeiden möchte, sollte seinen Organismus jederzeit mit ausreichend Vitamin E versorgen. In einer 2010 wissenschaftlichen Untersuchung konnte gezeigt werden, dass eine zusätzliche Einnahme von Vitamin E das Haarwachstum fördern und Haarausfall entgegenwirken kann. Mehr dazu hier > [1].

Vitamin E befindet sich in großen Mengen in Fisch, Süßkartoffeln, Leinsamen und Nüssen.

Vitamin D – Das Sonnenvitamin

Vitamin D bezeichnet eine Gruppe von fettlöslichen Vitaminen, welche für den menschlichen Körper unerlässlich sind und großen Einfluss auf die Gesundheit unserer Haare haben. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien in den letzten Jahrzehnten konnte eine Verbindung zwischen Haarausfall und einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel nachgewiesen werden. Wissenschaftlicher sind sich einig, dass Vitamin D für das Wachstum einer gesunden Haarpracht eine entscheidende Rolle einnimmt. Mehr Informationen diesbezüglich haben wir hier veröffentlicht >

Unsere Haut kann Sonnenstrahlung aufnehmen und Vitamin D selbst herstellen. Außerdem kann das Vitamin über die Nahrung aufgenommen werden, wobei es nur wenig Lebensmittel gibt, die dazu beitragen, dass der tägliche Bedarf von 800 IE abgedeckt wird.

Übrigens: Zahlen zur Folge leiden ca. 60 % der Menschen in Deutschland an einem Vitamin D, sodass es empfehlenswert sein kann, ein Vitamin D-Präparat zusätzlich einzunehmen.

Vitamin A

Wer unter trockenen Haaren leidet, sollte einmal ärztlich seinen Vitamin-A-Spiegel kontrollieren lassen. Ferner kann ein Defizit an Vitamin A den natürlichen Wachstumszyklus der Haare gefährden.

Möchte man einen Vitamin A Mangel vermeiden, sollte man ausreichend Süßkartoffeln, Karotten, Spinat oder Grünkohl zu sich nehmen.

Die B-Vitamine für eine gesündere Haarstruktur

Die B Vitamine sind im Vergleich zu den anderen Vitaminen wasserlöslich und nicht fettlöslich. Folglich werden sie nicht im Körper gespeichert und müssen regelmäßig eingenommen werden. Die Vitamine sind an zahlreichen biochemischen Vorgängen beteiligt, welche nachweislich die Haarstruktur verbessern und Stoffwechselaktivitäten fördern. Ein Mangel des Vitamins kann nicht nur zu brüchigen Haaren, sondern auch zu Kopfhautproblemen wie Juckreiz oder Schuppenbildung führen.

Die Vitamine findet man in großen Mengen in Hülsenfrüchten, grünem Blattgemüse und Nüssen. Auch tierische Produkte, wie Schwein, Geflügel, Lachs und Makrelen enthalten einen hohen Anteil. 

Vitaminreiche Ernährung gegen Haarausfall

NährstoffDiese Lebensmittel enthalten große Mengen
Vitamin EFisch, Süßkartoffeln, Leinsamen und Nüsse
Vitamin DTunfisch und Avocado. Zusätzliche Supplementierung empfehlenswert.
Vitamin ASüßkartoffeln, Karotten, Spinat und Grünkohl
Vitamin BSchwein, Geflügel, Lachs, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse

Welche Spurelemente benötigt mein Körper für ein gesundes Haarwachstum?

Neben den aufgezeigten Vitaminen sind die Spurenelemente Eisen und Zink bei Haarausfall von großer Bedeutung. Mehr Informationen haben wir unter den nachfolgenden Links für unsere Leser veröffentlicht:

Haarausfall bei Kindern: Kann ein Vitaminmangel schuld sein?

Wenn Kinder unter Haarausfall leiden, kommen dafür unterschiedliche Gründe infrage. Nicht auszuschließen ist, dass der Haarverlust durch ein Vitamindefizit begünstigt wird. Besonders häufig leiden Kinder an einem Vitamin D Mangel, welcher sich neben Haarproblemen auch durch Gelenkprobleme oder Müdigkeit bemerkbar machen kann.

Natürliche Mittel zur Förderung von gesunden Haaren und gegen Haarausfall

Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung ist für gesundes Haar unerlässlich. Darüber hinaus sollte man großen Wert auf die richtigen Pflegeprodukte legen. Konventionelle Shampoos enthalten häufig synthetische Inhaltsstoffe, welche die natürliche Haarstruktur zerstören. Daher sollte man vorzugsweise Haarseifen oder Öle benutzen, welche Kopfhaut und Haare auf natürliche Weise mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

# Empfohlene, lesenswerte Artikel:

Verwendete Quellen

1: https://www.medicalnewstoday.com/articles/195878.php

2: https://medlineplus.gov/vitamins.html

3: https://www.gesundheitsamt.bremen.de/vitamin_d_mangel_im_alter-4171

4: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3819075/

5: https://www.zentrum-der-gesundheit.de

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