Haarausfall durch eine Erkrankung der Schilddrüse

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Haarausfall durch eine kranke Schilddrüse?

Der Körper steht in einem empfindlichen Gleichgewicht von Hormonen. Ist die Schilddrüse in ihrer Funktion gestört, so kann das (folgenreiche) Konsequenzen für Betroffene haben. Es gibt zahlreiche Symptome, die auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse hindeuten. Bei einer Überfunktion (Hyperthyreose), schüttet die Schilddrüse zu viele Hormone, das T3 und T4, aus. Eine Unterfunktion der Schilddrüse zeichnet sich durch zu wenig Ausschüttung dieser beiden Hormone aus. Charakteristisch für die Überfunktion der Schilddrüse ist unter anderem Haarausfall. Im folgenden Text wird die Nebenwirkung des Haarausfalls im Verlauf einer Erkrankung der Schilddrüse behandelt. Darüber möchten unsere Autoren genauer auf die Ursachen und typischen Symptome eingehen.

Der behandelte Inhalt dieses Textes auf einen Blick

  • Bei einer gestörten Schilddrüsenfunktion leidet das Haarwachstum und Haarausfall kann die Folge sein.
  • Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion oder einer Überfunktion können unterschiedlich sein, ein Endokrinologe kann helfen.
  • Es gibt Behandlungsmöglichkeiten in Form von Medikamenten oder in Form einer operativen Entfernung. Die Therapiemöglichkeit variiert je nach der Schwere und Art der Schilddrüsenerkrankung.
  • Es gibt Möglichkeiten, den krankheitsbedingten Haarausfall zu mindern bzw. um die Auswirkungen abzuschwächen. Dazu in diesem Beitrag mehr.

Warum hat man bei einer Schilddrüsenerkrankung Haarausfall?

Die Schilddrüse ist bei dem Stoffwechsel ein wichtiger Ankerpunkt. Wenn die Schilddrüse richtig funktioniert, regelt diese unter anderem wichtige Prozesse im Stoffwechsel sowie Wachstumsprozesse. Wenn die Funktion gestört ist und die Hormone des T3 und T4 also nicht im Gleichgewicht ist, werden auch Wachstumsprozesse beeinträchtigt. Dazu gehört vor allem der Haarwuchs. Sowohl bei einer Über- als auch bei einer Unterfunktion der Schilddrüse kann also ein gestörtes Haarwachstum bemerkbar machen. Durch die Schilddrüsenüberfunktion wachsen die Kopfhaare erstmal sehr schnell. Dadurch erreichen die Haare nicht die volle Länge. Somit werden die Haare dünner und anfälliger für Haarbruch. Auch der Zyklus des Haarwachstums ist erheblich gestört. Der Haarausfall ist die Konsequenz. Bei einer Unterfunktion wachsen die Haare nicht richtig und nicht gesund nach.
Die Folge ist sprödes, brüchiges und trockenes Haar. Die Haardichte nimmt weiter ab, da das Wachstum gestört ist. Auch hier ist Haarausfall die Folge.

Welche Ursachen gibt es bei einer Störung der Schilddrüsenfunktion?

Es kann mehrere Ursachen geben, dass die Schilddrüse plötzlich nicht mehr richtig arbeitet oder zu viel arbeitet. Wenn zu viel Hormone ausgeschüttet werden, liegt es meistens an der Schilddrüse selbst. Eine sogenannte Schilddrüsenautonomie sorgt für die übermäßige Produktion der Hormone. Es gibt aber auch bestimmte Autoimmunerkrankungen, welche eine Überfunktion begünstigen können. Die Schilddrüsenunterfunktion ist in einigen Fällen angeboren. Ursache dafür ist oftmals eine zu geringe Jodaufnahme während der Schwangerschaft. Somit kommt das Kind schon mit der Tendenz einer Unterfunktion auf die Welt. Denkbar als Ursache sind auch Entzündungen oder fehlerhafte Entwicklungen in diesem Bereich. Es gibt unzählige Ursachen. Damit der Haarausfall nicht zu weit vorschreitet, sollte ein Endokrinologe genauere Untersuchungen vornehmen. Bei einem Endokrinologen handelt es sich um einen spezialisierten Arzt, der sich in erster Linie mit der Lehre von Hormonen befasst. Denn je länger das hormonelle Ungleichgewicht besteht, desto stärker fallen auch die Auswirkungen aus.

Typische Symptome der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die Hormone von der Schilddrüse sorgen für die Freisetzung von Energie bei Stoffwechselvorgängen. Bei zu vielen Schilddrüsenhormonen bemerkt der betreffende Mensch daher deutliche Veränderungen im Befinden. Der Haarausfall ist optisch die wohl größte Folge. Aber auch das allgemeine Befinden sinkt deutlich. Die Lebensqualität leidet deutlich.

>> Folgende weitere Symptome können bemerkt werden:

– nervöse Unruhe verbunden mit starkem Schwitzen
– Herzrhythmusstörungen
– zu hoher Blutdruck und Erschöpfung/Abgeschlagenheit
– schlechte Schlafqualität/ Schlafstörungen
– Gewichtsabnahme
– Durchfall
– Zyklusstörungen bei Frauen

Die Symptome treten bei jedem Menschen in unterschiedlicher Ausprägung auf. Zu lange sollten die Symptome nicht ignoriert werden. Besonders wenn Haarausfall bemerkt wird, besteht die Dysfunktion schon länger. 

Typische Symptome der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Eine Unterfunktion ist unter Umständen schwieriger von dem Betroffenen zu bemerken. In der Regel ist der Krankheitsverlauf schleichend. Die Beschwerden werden erstmals bemerkt, wenn diese besonders ausgeprägt sind. Spätestens beim Haarausfall werden Betroffene skeptisch. Es gibt auch noch andere Symptome, auf die es im Zusammenhang zu achten gilt.

Haarausfall ist ein typisches Symptom einer Schilddrüsenüberfunktion.

>> Auch hier ist die Ausprägung oder das Auftreten unterschiedlich:

– stetige Erschöpfung, extreme Abgeschlagenheit
– depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen
– Störungen der Konzentrationsfähigkeit
– Antriebslosigkeit
– wiederkehrende Kopfschmerzen
– Appetitlosigkeit, dennoch Gewichtszunahme
– Empfindlichkeit gegenüber Kälte
– erschwerter Stuhlgang bis hin zu Verstopfungen
– vermerkte Anfälligkeit für Erkältungen
– blasse und trockene Haut
– stumpfes und kraftloses Haar, neben Haarausfall auch Neigung zu Haarbruch

Auch hier sollte schnell gehandelt werden. Die Behandlung durch einen Endokrinologen ist auch hier ratsam. Die Diagnose ist bei der Unterfunktion einfach. Eine Blutabnahme kann bereits Aufschluss geben.

Wie wird ein Unter- bzw. Überfunktion der Schilddrüse behandelt?

Gerade bei Haarausfall leiden die Patienten nicht nur körperlich. Auch seelisch ist der Verlust der Kopfbehaarung schwer zu verarbeiten. Sicherlich kann mit einer entsprechenden Behandlung geholfen werden. Eine Unterfunktion der Schilddrüse muss in der Regel mit Medikamenten behandelt werden. Diese müssen meist leider ein Leben lang eingenommen werden. Diese Tabletten regeln den Hormonhaushalt wieder in eine normale Bahn. Die Tabletten enthalten synthetisch hergestellte Schilddrüsenhormone. Eine Überfunktion kann in leichten Fällen auch mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Allerdings kann diese Therapie langfristig angelegt sein. Ist die Überfunktion nicht mit Medikamenten behandelbar, so kann auch eine operative Entfernung nötig sein. In dem Fall müssen ebenfalls synthetische Schilddrüsenhormone bis zum Lebensende eingenommen werden. Bis die Behandlung allerdings anschlägt und der Hormonhaushalt wieder normal ist, dauert es eine Weile. In dieser Zeit sollte bei Haarausfall zusätzlich gehandelt werden. Unterstützend zur Schilddrüsentherapie ist es ratsam, die richtigen Vitamine und Nährstoffe aufzunehmen. Genutzt werden können unter anderem Vitaminpräparate wie zum Beispiel Biotin, Eisen, Zink und Calcium. Auch gesunde Fette wie Omega 3 helfen bei Haarausfall. Eine ausgewogene Ernährung in Bezug auf Obst und Gemüse ist sehr wichtig. Die Haare werden sich dadurch schneller erholen. Für die äußere Pflege der Haare sind Haarmasken oder reichhaltige Shampoos ohne Silikone zu empfehlen. Wer es natürlich mag, der kann sich auch selbst eine Spülung aus Olivenöl, Eigelb und Sheabutter herstellen. In besonders schweren Fällen kann auch ein Besuch beim Dermatologen helfen. Ein Dermatologe kann Wege aufzeigen, die Haarausfall stoppen können. Auch Kopfmassagen wirken unterstützend. Die Durchblutung wird angeregt und die Nährstoffzufuhr in der Kopfhaut bis hin zu den Haarwurzeln wird verbessert. Dadurch kann die Übergangsphase bei der Behandlung der Krankheit verbessert werden. Wenn bereits andere Familienmitglieder an der Schilddrüse erkrankt sind, sollte zudem regelmäßig eine Kontrolle beim Arzt erfolgen.

Kokosöl ist eine regelrechte Wunderwaffe gegen Kopfhautprobleme.

Juckende Kopfhaut bei einer Schilddrüsenerkrankung

Zahlreiche Erkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto können in Zusammenhang mit Haarausfall eine trockene und juckende Kopfhaut verursachen. Auch dieses Beschwerdebild sollte unbedingt im Gespräch mit einem Arzt besprochen werden. Dieser kann gegen das Leiden verschiedene Cremes verschreiben.

Andererseits besteht die Möglichkeit auf Hausmittel oder auch natürliche Öle zurückzugreifen. So eignet sich gegen eine trockene und juckende Kopfhaut in jedem Fall ein Kokosöl, Arganöl oder Rizinusöl.

Haarausfall bei einer Schilddrüsenerkrankung – Wachsen die Haare eigentlich nach?

Bei einer Schilddrüsenerkrankung werden die Haarwurzeln nicht unwiderruflich wie bei einem vernarbenden Haarausfall beeinträchtigt. Wenn der Hormonhaushalt durch die Behandlung der Erkrankung wieder in Einklang gebracht wird, wachsen die Haare dementsprechend auch wieder nach.

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Verwendete Quellen:

1: https://www.stada.de/service-gesundheit/gesundheitsthemen/schilddruese.html
2: https://www.gesundheit.de/krankheiten/druesen-und-hormone/schilddruese-und-nebenschilddruese/stoerungen-der-schilddruesenfunktion
3: https://www.deutsches-schilddruesenzentrum.de/wissenswertes/schilddruesenerkrankungen/schilddruesenueberfunktion/

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