Haarausfall bei Hashimoto: Was kann man tun?

Haarausfall bei Hashimoto: Dieser Ratgeber klärt auf.

Ganz egal, ob es Frauen oder Männer betrifft: Wir alle leiden darunter, wenn uns die Haare ausfallen. Denn unsere Haare gehören ohne Frage zum Schönheitsideal und spiegeln körperliche und psychische Gesundheit wider.

Wer unter Haarausfall leidet, ist definitiv nicht alleine. Laut statistischen Zahlen leiden 8 von 10 Männer im steigenden alter unter Haarverlust. Unter Frauen ist jede Dritte betroffen. Die Ursachen dafür sind verschieden: Überaus häufig wird der Haarausfall durch genetische Faktoren, einen Nährstoffmangel oder eine Erkrankung getriggert.

In einem anderem Artikel haben wir uns bereits mit dem Zusammenhang einer Schilddrüsenüber- bzw. Unterfunktion und Haarausfall auseinandergesetzt. In diesem Artikel wollen wir genauer auf Haarausfall bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto eingehen.

So wachsen unsere Haare

Möchte man nachvollziehen, wieso die Autoimmunerkrankung Hashimoto zu Haarverlust führen kann, ist es zunächst hilfreich sich mit dem Wachstumszyklus der Haare zu befassen. Bis zum Haarausfall durchlaufen diese grundsätzlich drei unterschiedliche Phasen:

In der Anagenphase (Wachstumsphase), in welcher sich bis zu 90 % unserer Haare befinden und die bis zu fünf Jahre anhält, fangen Haare an zu wachsen. Überdies werden die Haare durch das Pigment Melanin in den Haarwurzeln gefärbt.

Nach der Wachstumsphase treten die Haare in die Übergangsphase (Katagenphase) ein, welche lediglich zwei bis drei Wochen anhält. In dieser Zeit wird der Haarfollikel bereits dünner und nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt.

Abschließend durchläuft das Haar eine zweimonatige Ruhephase (Telogenphase), welche mit Haarausfall abgeschlossen wird. 

Wenn eine körperliche Erkrankung vorliegt, kann der beschriebene Wachstumszyklus aufgrund verschiedener Ursachen unterbrochen werden. Nachfolgend möchten beschreiben, was genau bei Hashimoto passiert.

Vorab: Allgemeine Informationen zu Hashimoto

Bei Hashimoto handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, wobei körpereigene Zellen die Schilddrüse angreifen. Je nach Form kommt es zu akuten oder chronischen Entzündungen des Organs. Im Verlauf der Erkrankung führt dies häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), was zur Folge hat, dass dem Körper die Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4) fehlen.

Der genaue Auslöser für die Autoimmunität ist bislang noch nicht geklärt, wobei eine Kombination verschiedener Faktoren dafür verantwortlich gemacht wird. So kommen u.a. Infektionen, Lebererkrankungen, übermäßiger Stress, Nährstoffmangel und ein ungesunder Lebensstil als Ursachen in Betracht. Da die Erkrankung gehäuft in der Familie auftritt, scheinen außerdem genetische Faktoren eine zentrale Rolle einzunehmen.

Die Erkrankung kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen: 

  • Chronische Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Fehlende Motivation
  • Kopfschmerzen, Benommenheit
  • Libidoverlust
  • Kälteüberempfindlichkeit
  • Magen- und Darmprobleme
  • Depressionen
  • Kälteempfindlichkeit
  • Magen- und Darmprobleme
  • Gelenk- und Muskelbeschwerden
  • Haarausfall und allgemein trockene sowie spröde Haare

Eine Schilddrüsenerkrankung und die Auswirkung auf die Haare

Wenngleich die Schilddrüse nur die Größe eines Daumens besitzt, nimmt sie eine lebenswichtige Funktion im menschlichen Organismus ein. Die von der Schilddrüse gebildeten Hormone beeinflussen u.a. das Körperwachstum, die Psyche, das Nervensystem und unterschiedliche Verdauungsprozesse.

Ferner zeigt sich eine Erkrankung des schmetterlingförmigen Organs wie bei Hashimoto in den meisten Fällen an einer ungesunden Haarpracht. Nicht selten leiden Betroffene an trockenen, brüchigen Haaren oder sogar Haarausfall. Wie genau es dazu kommen kann, möchten wir im nachfolgenden Abschnitt beantworten.

Haarausfall bei Hashimoto

Wie bereits erfahren, kann Hashimoto im Verlauf der Zeit mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergehen. Das hat zur Folge, dass dem Organismus wichtige Hormone (T3 und T4) fehlen. Eine solche Hormonschwankung kann wiederum dazuführen, dass der oben aufgezeigte Wachstumszyklus der Haare gestört wird. Die Haare treten frühzeitig aus der Wachstumsphase in die Ruhephase ein, werden nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und fallen aus.

Was können Betroffene tun?

Wer an Hashimoto erkrankt ist und an Haarausfall leidet, sollte sich in jedem Fall an einen Arzt wenden und darüber offen sprechen. In erster Linie sollte die Behandlung der Erkrankungen im Vordergrund stehen. In der Regel verschreibt der Arzt das Schilddrüsenhormon (L-Thyroxin) in Tablettenform.

Ist der Haarausfall bei Hashimoto reversibel?

Ja, wenn die Schilddrüsenerkrankung durch die Einnahme von zusätzlichen Hormonen (in der Regel Levothyroxin (L-Thyroxin)) ausgeglichen wird, hört üblicherweise auch der Haarausfall auf. Kaputte und trockene Haare werden sich erholen und im Lauf der Zeit neue Kraft gewinnen. Da unsere Haare täglich nur 0,3 bis 0,5 mm wachsen, was auf den Monat gerechnet etwa 1 bis 1.5 cm ausmacht, muss man allerdings geduldig sein. Verbesserungen werden nicht über Nacht eintreten.

Tipp: Um die Kopfhaut und Haare auch von Außen gesund zuhalten, sollten regelmäßig Haaröle und Haarseifen verwendet werden.

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