Haarausfall durch Eisenmangel: Ursachen, Wirkung und Erfahrungen

Haarausfall bei Eisenmangel? Wir klären auf.

Gesundes und volles Haar ist ein Zeichen von Gesundheit und Schönheit. Haarausfall führt hingegen schnell zu einem psychischen Leiden. Wer im Durchschnitt mehr als 100 Haare pro Tag über einen längeren Zeitraum hinweg verliert, leidet an Haarausfall, so die medizinische Definition.

Unbehandelter Eisenmangel ist einer der häufigsten Faktoren für Haarausfall – dabei lässt sich diese Ursache in den meisten Fällen schnell und gut behandeln. In diesem Beitrag möchten wir genauer auf die Ursachen und die Folgen eines Eisenmangels eingehen und aufzeigen, was man dagegen unternehmen kann.

Haarausfall durch Eisenmangel? Das sind die wichtigsten Informationen

  • Mangel an Eisen ist eine weit verbreitete, aber häufig unterschätze Ursache von Haarausfall, gerade bei Frauen
  • Eisen ist unerlässlich für die Bildung von roten Blutkörperchen und damit einhergehend den Sauerstofftransport im Blut
  • Müdigkeit, Blässe und Haarausfall können die Folge von Eisenmangel sein
  • Eisenmangel kann durch viele Faktoren ausgelöst werden: Lebensmittelunverträglichkeiten, starke Monatsblutungen und vegetarische oder vegane Ernährung sind nur einige davon.
  • Bei einem bereits bestehendem Eisenmangel sollten Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

Eisenmangel als Grund für Haarausfall

Haarausfall durch Eisenmangel? Was steckt wirklich dahinter?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Haarausfall verschiedenste Ursachen haben kann. Es gibt ebenso genetisch bedingten Haarausfall wie Haarverlust, der durch Stress, Hormonstörungen oder bestimmte Krankheiten ausgelöst wird. Nicht zuletzt kann allerdings auch Mangel an Eisen ein häufiger und unterschätzter Grund für plötzlich auftretenden Verlust der Haare sein. Viele Menschen, die unter Haarausfall leiden, denken nicht unbedingt als Erstes an einen Nähr- oder Mineralstoffmangel. So können sich die Beschwerden lange hinziehen, bis dann letztendlich Eisenmangel als Verursacher gefunden wird. Die gute Nachricht vorweg: Durch Eisenmangel hervorgerufener Haarausfall lässt sich meist schnell und gut wieder beheben.
Eisenmangel ist jedoch immer noch weit verbreitet. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden allein in Europa etwa 50 Millionen Menschen an einer Blutarmut (Anämie), die in den meisten Fällen durch Eisenmangel hervorgerufen wird (s.6). Bei einem bestehenden Eisenmangel lässt sich feststellen, dass der Wert des Ferritins im Blut zu niedrig ist. Ferritin ist ein körpereigenes Eiweiß, das in seinen Zellen Eisenatome speichert. Man nennt den Wert des Ferritins daher auch Speichereisen.

Wofür ist Eisen so wichtig?

Das Spurenelement Eisen spielt bei fast allen Lebewesen, besonders aber bei den Säugetieren eine wichtige Rolle. Das Hämoglobin, Bestandteil der roten Blutkörperchen in unserem Blut, ist zuständig für den Sauerstofftransport innerhalb des Blutes. Hämoglobin besteht nicht für immer, sondern muss nach einer gewissen Zeit neu aufgebaut werden. Unser Körper kann diese lebenswichtige Proteinverbindung nur mithilfe von Eisen bilden. Kommt es nun zu erhöhtem Bedarf entweder durch vermehrten Blutverlust (sodass neues Blut gebildet werden muss) oder durch erhöhte Sauerstoffkonzentration im Blut (sodass mehr Hämoglobin benötigt wird), können die Eisenspeicher des Körpers aufgebraucht sein. Natürlich ist es auch möglich, dass die Eisenspeicher grundsätzlich, zum Beispiel aufgrund von Mangelernährung, nicht ausreichend gefüllt sind.

Wie zeigt sich ein Eisenmangel?

Dieser Mangel äußert sich nicht nur durch Haarausfall. Weitere Anzeichen können sein:

  • Blässe
  • ständige Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • fehlende körperliche Leistungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Atemnot

Die Symptome sind auf den durch Eisenmangel hervorgerufenen Sauerstoffmangel zurückzuführen. Ist der Sauerstofftransport im Blut gestört, wirkt sich dies auch auf die Haarwurzeln aus. Die durch einen Mangel an Eisen verursachten Beschwerden können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Auch Haarausfall stört die Betroffenen oft sehr und kann zusätzlich zu psychischen Leiden führen – man fühlt sich insgesamt einfach unwohl und weniger attraktiv.

Wie entsteht ein Mangel an Eisen?

Wie kann ein Eisenmangel und als Folge Haarausfall entstehen?

Die Ursachen für Eisenmangel sind vielfältig. Grundsätzlich können alle Menschen betroffen sein, die erhöhten Blutverlust zu verkraften haben. Krankheiten wie Morbus Crohn können dies ebenso hervorrufen wie akute und chronische Blutungen, dazu gehören auch beispielsweise Magenblutungen. Frauen, die eine Geburt hinter sich haben, stillen oder starke Monatsblutungen haben, gehören ebenfalls zur Risikogruppe für Eisenmangel. Sie sind es auch, die psychisch besonders schnell unter den Folgen von Haarausfall leiden. Auch eine unerkannte Zöliakie kann einen Mangel an Eisen mit sich bringen, denn die unbehandelte Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) sorgt dafür, dass der Körper Eisen, selbst wenn er genug über die Nahrung aufnimmt, nicht verarbeiten kann.

Weiterhin können Erscheinungen wie ein Vitamin C-Mangel als Folge einen Mangel an Eisen nach sich ziehen, denn Vitamin C ist für den Körper wichtig, um Vitamin C aufnehmen zu können. Der Deutsche Lebensmittelverband empfiehlt als tägliche Zufuhr an Vitamin C 95mg/Tag für erwachsene Frauen, bis zu 110mg/Tag für erwachsene Männer und bis zu 125mg/Tag für Schwangere (s.1). Gedeckt werden kann der Bedarf gut durch beispielsweise Kartoffeln oder Paprika.

Der Trend zur fleischarmen Ernährung spielt ebenso eine Rolle beim Eisenmangel. Vegetarische und vegane Ernährung muss nicht, aber kann zum Mangel an Eisen führen. Fleisch ist ein wichtiger Eisenlieferant, das gilt insbesondere für rotes Fleisch wie Rind-, Lamm- und Kalbfleisch. Dazu kommt, dass nur tierisches Eiweiß Häm-Eisen enthält. Dieses kann vom Körper deutlich besser und schneller aufgenommen werden als das in Pflanzen enthaltene Eisen.
Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung lautet, dass Erwachsene im Schnitt 15mg Eisen pro Tag über Lebensmittel zu sich nehmen sollten. Menschen mit erhöhtem Bedarf wie Schwangere, stillende Frauen und Kranke können sogar noch mehr benötigen. Erhebungen des Robert Koch Institut haben ergeben, dass in Deutschland rund 32% der Frauen und 4% der Männer unter 45 Jahren an Eisenmangel leiden (s.2).

Lesetipp: Mehr Informationen über Haarausfall bei einem Vitaminmangel finden Sie hier >

Was tun bei Haarausfall durch Eisenmangel?

Eisenmangel ist weit verbreitet und so sollte dies bei Haarausfall in jedem Fall als Grund in Betracht gezogen werden. Wer zu o.a. Risikogruppen für Eisenmangel gehört, sollte seine Blutwerte ärztlich überprüfen lassen. Doch auch, wenn Sie unter unerklärlichem Haarausfall leiden, ergibt es durchaus Sinn, die Eisenwerte in Ihrem Blut prüfen zu lassen – möglicherweise ist eben dies die Ursache für den Verlust der Haar. Eine Eisenanämie und auch ein Mangel an Speichereisen sollte unbedingt durch die orale Einname von Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden (meist erhältlich in Form von Tabletten).

Es gibt frei verkäufliche Mittel, aber auch der Arzt kann Eisenpräparate verschreiben. Selbst zu versuchen, einen bereits bestehenden Eisenmangel durch Nahrungsmittel zu beheben, ergibt dies meist nur wenig Sinn. Hier empfiehlt es sich tatsächlich, die Eisenspeicher durch Ergänzungspräparate aufzufüllen. Schnell kann sich dann schon eine Besserung hinsichtlich des Haarausfalls einstellen. Eine weitere ärztliche Überwachung ist dann dennoch empfehlenswert und so sollte daher regelmäßig eine Blutabnahme erfolgen, um den Ferritin-Wert zu kontrollieren.

Wissenschaftliche Studien über Eisenmangel und Haarausfall

Schaut man sich im Netz nach wissenschaftlichen Studien um, welche sich mit der Korrelation zwischen Haarausfall und Eisenmangel beschäftigt haben, stößt man durchaus auf interessante Ergebnisse. So konnte in einer durchgeführten Studie aus dem Jahr 2007 gezeigt werden, dass Frauen, die einen Eisenmangel aufwiesen, tatsächlich ein erhöhtes Risiko besitzen, an Haarausfall zu leiden. Auch in vielen Tierversuchen konnte eine Verbindung zwischen Haarausfall und Eisenmangel nachgewiesen werden. In einer Untersuchung mit Mäusen, welche unter einem Defekt litten, wurde gezeigt, dass eine regelmäßige Zufuhr von Eisen, durchaus neues Haarwachstum fördern kann (s.7,8).  

Wann hört Haarausfall nach Eisenmangel auf?

Leiden Betroffene unter einem Eisenmangel ist es wichtig zu wissen, dass eine Besserung erst nach einiger Zeit eintritt. Bis sich die Eisenspeicher im Körper regulieren und der Haarausfall gestoppt wird, kann es bis zu 6 bis 8 Wochen dauern.

# Weitere interessante Beiträge:

Verwendete Internetquellen

1: https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/nahrungsergaenzung-naehrstoffe/nem-vitamin-c
2: http://www.rki.de/EN/Content/Health_Monitoring/Health_Reporting/GBEDownloadsT/mittleres_lebensalter.pdf
3: https://www.netdoktor.at/krankheit/eisenmangelanaemie-4048594
4: fleischinfo_201301_eisen_de.pdf
5: https://www.uni-bonn.de/neues/252-2016
6: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/025-021l_S1Eisenmangelanaemie_2016-01.pdf
7:https://www.researchgate.net/publication/236331111_Diagnostik_und_Therapie_von_Eisenmangel_mit_und_ohne_Anamie

8:www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17951130

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