Haarausfall durch die Pille: Dieser Beitrag klärt auf

Haarverlust durch die Babypille?

Haarausfall ist auf der ganzen Welt weiterverbreitet und betrifft statistisch jeden achten Mann im Laufe des Lebens. Doch auch unter Frauen ist ein Verlust der Kopfhaare nicht selten. Die Gründe dafür können vielseitig sein und reichen von Krankheiten über einen ungesunden Lebensstil bis hin zu Schwankungen im Hormonhaushalt. Letzteres kann zum Beispiel durch eine Schwangerschaft oder die Einnahme der Antibabypille ausgelöst werden. Was dabei im weiblichen Körper passiert und was man gegen den Ausfall tun kann, möchten unsere Autoren in diesem Artikel beantworten. Ferner möchten wir der Frage nachgehen, ob die Pille den Haarausfall bei einigen Frauen sogar reduzieren kann. 

Haarausfall durch die Pille – Informationen im Überblick

  • In der Antibabypille sind Gestagene, also künstliche Gelbkörperhormone enthalten. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie männliche Sexualhormone und können Haarausfall verursachen.
  • Grundsätzlich durchlaufen Haaren einen natürlichen Wachstumszyklus, der sich aus drei Phasen zusammensetzt. In der ersten, der sog. Wachstumsphase sind Haare besonders anfällig für Störungen. Die Antibabypille kann eine solche Störung begünstigen. 
  • Bei starkem Haarausfall sollte über das Absetzen der Pille nachgedacht werden. In jedem Fall sollte ein Gynäkologe um Rat gefragt werden.
  • Haarausfall kann auch nach dem Absetzen oder einem Wechsel der Babypille auftreten.

Haarausfall durch die Einnahme der Antibabypille

Viele Frauen leiden durch die Einnahme der Antibabypille unter Haarausfall oder generell einer brüchigen, trockenen Mähne. Schuld dafür können sogenannte Gestagene sein, welchen den Hormonhaushalt durcheinander bringen.

# Begriffserklärung: Bei Gestagenen handelt es sich um synthetische Gelbkörperhormone, welche nicht selber vom Körper produziert werden und eine ähnliche Wirkung wie männliche Sexualhormone entfalten können.

Kommt dann noch eine genetische Veranlagung dazu, ist es nicht unüblich, dass die Haarwurzeln überaus sensible auf die künstlichen Hormone reagieren. Folglich wird der natürliche Wachstumszyklus der Haare beeinflusst, welcher sich grundsätzlich aus drei verschiedenen Phasen zusammensetzt. Dazu nachfolgend mehr.

  • Phase 1, Wachstumsphase: Wie der Name schon erahnen lässt, werden hier die Haare gebildet. Je nach Person kann diese Phase zwei bis sechs Jahre andauern.
  • Phase 2, Übergangsphase: In dieser Phase hört das Haar auf zu wachsen. Die Haare werden zudem nicht mehr mit den benötigen Mineralien und Nährstoffen versorgt und sind nach 12-16 Tagen bereit für die Ruhephase.
  • Phase 3, Ruhephase: Diese Phase wird in Fachkreisen auch Telogenphase genannt, wobei das Haar schließlich ausfällt.

Besonders in der ersten Phase – in welcher sich das Haar normalerweise ausbildet und kräftiger wird – sind die Haare besonders anfällig für Störungen. Durch die Gestagene kann die Phase frühzeitig unterbrochen werden. Nicht selten schließt sich dann direkt die Ruhephase an, welche mit dem Haarausfall endet.

Was kann man bei Haarausfall durch die Pille tun?

Wer unter starkem Haarausfall durch Einnahme der Antibabypille leidet, kann grundsätzlich zwei Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Einerseits kann über den Wechsel einer Pille (mit weniger Gestagene) nachgedacht werden, anderseits sollte man vielleicht erst einmal ganz auf das hormonelle Verhütungsmittel verzichten. In jedem Fall sollte die Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Kann das Absetzen der Pille zu Haarverlust führen?

Haarausfall durch das Absetzen der Antibabypille? Durchaus möglich.

Häufig leiden Frauen auch nach dem Absetzen der Antibabypille unter einem starken Haarverlust. Grund dafür ist der rapide Abfall des Östrogenspiegels, welcher durch den Verzicht der Pille ausgelöst wird. Frauen, die schon einmal eine Schwangerschaft erlebt haben, können sich sicherlich zurückerinnern, dass ihr Haar in dieser Zeit deutlich kräftiger und voluminöser war. Dafür war eine vermehrte Ausschüttung des weiblichen Sexualhormons Östrogen verantwortlich. Fällt der Spiegel nach der Geburt wieder, verlieren die Haare erneut ihre Kraft. Das gleiche Prinzip gilt auch beim Absetzen der Pille. Andererseits kann die Einnahme der Pille auch tatsächlich Haarausfall reduzieren. Dazu in einem der nachfolgenden Abschnitte mehr. Doch vorerst möchten wir der Frage nachgehen, wann der Haarausfall nach dem Absetzen der Pille aufhört.

Wie lange hält der Haarausfall an?

Auf diese Frage gibt es keine universelle Antwort. Wann der Haarausfall nach dem Absetzen einsetzt und wie lange dieser bestehen bleibt, ist von individuellen Faktoren abhängig und somit von Frau zu Frau unterschiedlich.

Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass der Körper häufig bis zu sechs-zwölf Monate benötigt, um den Hormonhaushalt zu regulieren und den Haarverlust zu stoppen. Dieser Zeitraum sollte aber keinen in Angst und Schrecken versetzen. In der Regel ist der Haarverlust nach dem Absetzen des hormonellen Verhütungsmittels nicht so stark, dass er sich äußerlich bemerkbar macht.

Wie kann man gesundes Haar nach dem Absetzen der Pille fördern

Wer die Pille absetzen möchte, kann versuchen den Haarausfall auf natürliche Weise zu reduzieren. So können beispielsweise Öle die Durchblutung der Kopfhaut stimulieren und die Haare mit wichtigen Mineralien und Vitaminen versorgen.

Außerdem sollte auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Biotin, Eisen und Zink geachtet werden. Ferner können fermentierte Nahrungsmittel, Soja oder Ingwer einen positiven Effekt auf den weiblichen Hormonhaushalt haben und damit das Wachstum gesunder Haare unterstützen.

Lesetipp: Mehr Informationen über Haarausfall bei einem Vitaminmangel finden Sie hier >

Existieren Studien, welche den Effekt der Pille auf Haarausfall untersucht haben?

Bei den Recherchen  für diesen Beitrag haben sich die Autoren sowohl im englischen als auch deutschsprachigen Raum nach Studien umgeschaut, die sich speziell mit der Wirkung der Antibabypille auf Haarausfall beschäftigt haben. Studien, die interessante Ergebnisse hervorgebracht haben und an der dieser Stelle nennenswert wären, wurden leider nicht gefunden.

Die Pille gegen Haarausfall – kann das tatsächlich helfen?

Kann die Babypille gegen Haarausfall helfen?

Wie wir im letzten Abschnitt erfahren haben, kann der Östrogenspiegel einen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit der Haare haben und diese beim Wachstum fördern als auch stören. Durch die Einnahme der Pille steigt der Östrogenspiegel an, sodass viele Frauen auch von der Wirkung profitieren können und verminderten Haarausfall feststellen. Nicht bei allen Frauen haben die enthaltenen Gestagene einen negativen Effekt. Wie im ersten Abschnitt erläutert wurde, ist dies auch immer von genetischen Faktoren abhängig.

Abschließende Worte zum Haarausfall und der Antibabypille

Dass sich die Einnahmen, der Verzicht oder ein Wechsel der Pille in irgendeiner Weise einen Einfluss auf die Haarpracht hat, ist nicht gerade unüblich. Ob sich dies in einer positiven oder doch negativen Wirkung in Form von Haarausfall bemerkbar macht, ist allerdings schwer vorherzusagen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Einnahme der Pille und deren Nebenwirkungen regelmäßig mit einem Gynäkologen besprochen werden.

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