Kreatin (Creatin) und Haarausfall: Gibt es Studien, die einen Zusammenhang aufdecken konnten?

Haarausfall durch Kreatin? Wir sind dieser Frage nachgegangen.

However, levels of DHT increased by 56% after 7 days of creatine loading and remained 40% above baseline after 14 days maintenance (P < 0.001) [1].

Gesundes und voluminöses Haar gehört schon seit Jahrhunderten zum westlichen Schönheitsideal. Haare verraten mehr über unsere Persönlichkeit und bringen Vitalität und körperliche Gesundheit zum Ausdruck. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass bei zunehmendem Haarverlust häufig die Psyche leidet. Ausgelöst werden kann Haarausfall u.a. durch eine erkrankte Schilddrüse, anhaltenden Stress, eine genetische Veranlagung oder auch einen Nährstoffmangel.

Laut einigen Experten soll außerdem die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Haarausfall begünstigen. Unter Kraftsportlern wird vor allem der Zusammenhang zwischen Haarausfall und Kreatin diskutiert. Doch stimmt das wirklich? Führt die Einnahme von Kreatin zu Haarverlust? Unsere Autoren sind dieser Frage nachgegangen. Im Nachfolgenden möchten wir die Ergebnisse vorstellen.

Vorab: Über Haarwachstum und den natürlichen Wachstumzyklus

Egal, ob es um das männliche oder das weibliche Geschlecht geht: Das Haarwachstum ist genetisch bedingt, im Durchschnitt werden Haare pro Monat 1,5 bis 2 cm länger, beim einen geht es etwas schneller, beim anderen etwas langsamer. Bis das Haar ausfällt, durchläuft es in der Regel drei Phasen.

  • Anagenphase: Diese Phase dauert zwischen 2 und 5 Jahre. Die Haare fangen an zu wachsen, treten aus der Haarwurzel aus und werden im Laufe der Zeit länger.
  • Katagenphase: Nach der Wachstumsphase tritt das Haar in eine 2-3 wöchige Übergangsphase ein. Hier wird die Zellbildung gestoppt und Haarfollikel werden nicht mehr mit den nötigen Nährstoffen versorgt.
  • Telogenphase: Diese Phase dauert ca. 2-4 Monate. Das Haar verliert an Kraft und fällt schlussendlich aus.

Ab wann beginnt Haarausfall?

Haarausfall ist nicht gleichzusetzen mit krankheitsbedingtem Haarausfall. Normalerweise verliert jeder von uns täglich zwischen 50 und 90 Haare. Wer also ein paar Härchen in der Dusche oder dem Kopfkissen findet, muss sich nicht gleich den Kopf zerbrechen. Erst wenn sich über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare von der Kopfhaut verabschieden, wird der Arzt die Diagnose Haarausfall stellen.

Kreatin – Was ist das genau?

Die Hauptaufgabe von Kreatin ist es die menschliche Muskulatur mit ausreichend Energie zu versorgen. Im menschlichen Körper wird Kreatin in der Niere, der Bauchspeicheldrüse und den Nieren gebildet und kann über die Nahrung aufgenommen werden. Auch wenn ein gesunder Organismus ausreichend Kreatin produziert, um alle biochemischen Vorgänge aufrechtzuerhalten, wird es von vielen Personen – insbesondere von Kraftsportlern – zusätzlich in Form eines Nahrungsergänzungsmittels eingenommen. Das weiße, geschmacksneutrale Pulver soll bei Einnahme über einen längeren Zeitraum schnelleren Muskelaufbau fördern und die Maximalkraft steigern. Doch wie steht es um Nebenwirkungen bzw. kann die Einnahme von Kreatin zu Haarausfall führen? 

Kreatin und Haarausfall

Um die Frage zu beantworten, ob Kreatin tatsächlich Haarausfall fördern kann, haben sich unsere Autoren im englischen und deutschsprachigen Raum nach wissenschaftlichen Studie umgeschaut. Wenngleich wir nur eine einzige Studie gefunden haben, die an dieser Stelle nennenswert ist, hat diese durchaus interessante Ergebnisse hervorgebracht.

Für die Untersuchung im Jahr 2009 nahmen 20 Rugbyspieler teil, welche über einen Zeitraum von 3 Wochen 25 Gramm Kreatin zu sich nahmen. Die Wissenschaftler konnten aufdecken, dass Kreatin die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) fördert:

“However, levels of DHT increased by 56% after 7 days of creatine loading and remained 40% above baseline after 14 days maintenance (P < 0.001).” [1]

DHT wiederum ist genau derjenige Botenstoff, auf den die Haarfollikel bei genetisch bedingtem Haarausfall empfindlich reagieren. Liegt eine genetische Disposition vor, kann die Kopfbehaarung durch das DHT abnehmen. Die Haare treten frühzeitig aus der Wachstumsphase in die Ruhephase ein. Folglich leidet man an unerwünschtem Haarausfall.

Mehr Informationen: DHT und Haarausfall >

Auch wenn diese Ergebnisse durchaus interessant sind, sollte dazu gesagt werden, dass die Studie keinen direkten Zusammenhang von Haarausfall und Kreatin nachweisen konnte. Überdies lädt die kleine Stichprobe von lediglich 20 Probanden und der kurze Untersuchungszeitraum ein, an validen Ergebnisse zu zweifeln.

Erfahrungsberichte über Kreatin und Haarausfall

Auch wenn wir nach umfangreicher Literaturrecherche keine Studien finden konnten, welche einen direkte Korrelation zwischen den Variablen Kreatin und Haarausfall aufdecken konnten, existieren im Netz einige Erfahrungsberichte, welche in diesem Beitrag zitiert werden sollten.

So berichten vor allem Männer in Foren und Facebookgruppen davon, dass sich die Einnahme von Kreatin über einen längeren Zeitraum negativ auf Haare ausgewirkt hat. Neben Haarausfall ist des Öfteren auch von dünner werdendem Haar die Rede.

Abschließende Worte

Die Wissenschaft konnte bislang noch keine Beweise liefern, dass die Einnahme von Kreatin direkt zu Haarausfall führt. Aufgrund der zitierten Studienergebnisse aus dem Jahr 2009, sollte allerdings Menschen mit einer genetischen Disposition für Haarausfall, das Nahrungsergänzungsmittel besonders achtsam einnehmen oder lieber ganz darauf verzichten.

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Verwendete Quellen

1: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19741313

5/5 (1)

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