Haarausfall bei Männern – Ursachen, Formen und Behandlung

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Haarausfall bei Männern. Dieser Ratgeber klärt auf.

Durchschnittlich 100 Haare verliert jeder Mensch pro Tag – mindestens. Dies ist Teil des normalen Wachstumszyklus und es können tageweise auch einmal mehr oder weniger sein. Die Haare wachsen üblicherweise wieder nach. Kommt es nun aber zu lichten Stellen am Kopf, liegt es daran, dass entweder deutlich mehr als 100 Haare täglich ausfallen, oder dass der Ausfall sich auf eine bestimmte Stelle konzentriert. Solch eine Stelle kann etwa der Stirnbereich sein (so entstehen die typischen Geheimratsecken) oder auch der Hinterkopf, der damit zunehmend kahl wird. Haarausfall kann für Männer belastend sein. Es gibt verschiedene Ursachen für den Verlust der Haare, aber auch passende Lösungsansätze. In diesem Ratgeber möchten genauer auf den Haarverlust bei Männern eingehen.

Haarausfall bei Männern – Informationen im Überblick

Die androgenetische Alozepie – vererbbarer Haarausfall

Zu den häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Männern zählt die androgenetische Alopezie. Die Neigung zu dieser Art des Haarausfalls ist vererbbar. Wenn also der Vater kahle Stellen am Kopf hat, wird höchstwahrscheinlich auch sein Sohn diese im Laufe seines Lebens bekommen. Geheimratsecken etwa sind eine typische Form dieser Art des Haarausfalls. Nur selten entwickelt sich eine komplette Glatze daraus – auch wenn einige Männer sich dennoch aus modischen Gründen dafür entscheiden, eine Glatze zu tragen. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung trägt die genetische Neigung zur androgenetischen Alozepie in sich und die Wahrscheinlichkeit, dass die Haare ausfallen, steigt mit zunehmenden Alter.

So kommt es, dass laut Studien des Klinikums für Dermatologie an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt 80 % der Männer um die 70 eine androgenetischen Alopezie haben. Diese Forschungen zeigen auch, dass verschiedene Faktoren zusätzlich dafür sorgen können, dass der Haarausfall sich deutlich früher zeigt, etwa durch Stress oder hohe Blutfettwerte. (2)

Welche Mittel kann Man(n) gegen Haarausfall nutzen?

Bei der androgenetischen Alopezie des Mannes sorgt eine Empfindlichkeit gegenüber dem männlichen Hormon Dihydrotestosteron (DHT) dafür, dass die Haarfollikel auf dem Kopf verkleinert werden und so die Produktion neuer Haare letztendlich eingestellt wird. In Kombination dazu kommt es bei Männern mit einer androgenetische Alopezie oft zu starkem Bartwuchs.

Abhilfe gegen den Haarausfall gibt es in Form von Medikamenten, die der Mann auf die Kopfhaut auftragen kann. Eines der Mittel ist der Wirkstoff Finasterid, zu dem einige abschließende Forschungen zwar noch ausstehen, das aber sehr vielversprechend zu sein scheint. Ein weiteres Mittel ist zudem Minoxidil, das in Schaum- oder Flüssigform auf die Kopfhaut aufgetragen wird und neues Haarwachstum fördern kann (2). Die Mittel sind übrigens nur bei männlicher androgenetischer Alopezie zugelassen, da sie bei Frauen entweder starke Nebenwirkungen haben oder wirkungslos sind.

Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT hier >

Der kreisrunde Haarausfall

Die zweithäufigste Ursache für Haarverlust bei Männern ist der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata). Hierbei kommt es zu kleinen oder großen Stellen mit komplettem Haarausfall. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunkrankheit. Laut Forschungen des Universitätsklinikums in Bonn ist die Wahrscheinlichkeit, Alopecia areata zu bekommen, vererbbar (5). Es kann zu einer Spontanheilung des Körpers kommen, in solchen Fällen wachsen die Haare an den betroffenen Stellen von alleine wieder nach. Außerdem können Behandlungen mit dem Medikament Diphenylcyclopropenon helfen, die Erfolgsquote liegt bei rund 50 %. Studienergebnisse zu anderen Medikamenten, die wirken könnten und an denen geforscht wird, stehen derzeit noch aus.

Weitere mögliche Auslöser von Haarausfall

Wie bereits erwähnt ist Stress ein entscheidender Faktor, der Haarausfall bei Männern begünstigen kann. Es gibt aber noch weitere Dinge, die einzeln oder in Kombination miteinander einen Haarausfall beim Mann wahrscheinlicher machen. Rauchen etwa verschlechtert bekanntermaßen die Durchblutung und so tut es auch den Haarfollikeln nicht gut. Wer vermutet, dass eine familiäre Neigung zu Haarausfall besteht, sollte das Rauchen vermeiden.

Weiterhin gibt es einige Krankheiten, die zu Haarausfall führen können, wenn auch nur vorübergehend. Dazu gehören Gürtelrose, Scharlach oder auch Syphilis. Direkt auf der Kopfhaut können auch Schuppenflechten oder Pilzerkrankungen die Übeltäter sein, die den Haarwurzeln schaden (4). Außerdem lösen bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Antibiotika und weitere unter Umständen Nebenwirkungen aus, zu den auch Haarausfall gehört. Ferner ist ein Nährstoffmangel nicht auszuschließend. Von besondere Bedeutung bei Haarausfall sind die Spurenelemente Zink, Biotin, und Eisen.

Was tun, wenn nichts gegen den Haarausfall hilft?

Während Frauen bei lichter werdendem Haar mit Haarteilen, einer Perücke oder einer geschickten Frisur viel bewirken können, sieht es bei Männern meist anders aus. Einige Männer fügen sich ihrem Schicksal und rasieren sich auch die noch bewachsenen Haarstellen, so dass sie eine Glatze tragen. Gerade kombiniert mit einem Vollbart folgen sie damit modischen Trends und zeigen Selbstbewusstsein. Doch nicht jeder möchte “oben ohne” tragen. Natürlich kann man(n) dann beispielsweise ein Toupet tragen, um die kahlen Stellen am Kopf zu kaschieren. Größerer Beliebtheit erfreut sich jedoch heutzutage die Haartransplantation. Es kann sowohl Kunststoff- als auch Eigenhaar verpflanzt werden. Letztes passiert entweder mit einzelnen Haaren oder als Ganzes, indem ein kleines bewachsenes Hautstück entfernt und an anderer Stelle wieder eingesetzt wird. So wird das verbliebene Haar auf dem gesamten Kopf verteilt. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Insbesondere Narben nach einer Hautstücktransplantation verheilen in der Regel dank der guten Durchblutung der Kopfhaut sehr schnell (3). Eine Voraussetzung für die Transplantation von Eigenhaar ist, dass die Fläche des bestehenden Haares mindestens noch 20% der Kopfhaut ausmacht. Aus einer kleineren Fläche Haar zu entnehmen, macht keinen Sinn, wenn man ein optisch ansprechendes Ergebnis erzielen möchte. Idealerweise wird zudem erst eine Haartransplantation vorgenommen, wenn der Haarausfall fortgeschritten und “beendet” ist. Wenn aus dem verbleibenden Haaren Spenderhaare entnommen werden, werden diese dann auch an der neuen Stelle nicht ausfallen (6).

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Verwendete Quellen

1. http://www.endokrinologen.de/androgenetische-alopezie.php
2. http://d-nb.info/1153465477/34
3. http://www.apotheken-umschau.de/Haarausfall/Haarausfall-Was-Maennern-hilft-459469.html
4. http://ethianum-klinik-heidelberg.de/haarsprechstunde.html
5. http://www.humangenetics.uni-bonn.de/de/forschung/forschungsprojekte/haarlosigkeit-ausfall/kreisrunder-haarausfall
6. http://www.apotheken-umschau.de/Haartransplantation

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