Haarausfall bei Frauen: Über Formen, Ursachen und Behandlung

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Haarausfall bei Frauen: Dieser Ratgeber klärt auf.

Haarausfall ist keine lebensbedrohliche Krankheit. Dennoch leiden Menschen, die davon betroffen sind, in vielen Fällen stark. Haare sind ein wichtiges Merkmal für die persönliche Identifikation eines Menschen. Laut Forschungen des Klinikums für Dermatologie an der Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main kann Haarausfall in der Konsequenz daher sogar zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen führen (Quelle: 3).

Gerade Haarausfall bei Frauen ist ein sensibles Thema – schließlich sind volle, dichte Kopfhaare vielerorts ein Zeichen von Weiblichkeit und entsprechen einem gewissen Schönheitsideal. Um Haarausfall effektiv bekämpfen zu können, gilt es zunächst, die Ursache dafür festzustellen. In diesem Ratgeber erfahren Betroffene mehr die Formen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall.

# Lesetipp für Frauen: Haarausfall durch die Schwangerschaft / Durch die Pille / In den Wechseljahren

Inhalts des Beitrags zusammengefasst

  • Hormonell bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie) kommt relativ häufig auch bei Frauen vor, dieser Haarausfall wird durch eine Dominanz männlicher Hormone verursacht
  • Ebenfalls hormonell bedingt ist die hypoöstrogene Alopezie, die durch die Einnahme bestimmter Sorten von Verhütungsmitteln ausgelöst werden kann
  • In der Stillzeit kann es ebenfalls durch hormonelle Veränderungen des Körpers zu Haarausfall kommen
  • Haarverlust in der Schwangerschaft hingegen ist meist auf Eisenmangel zurückzuführen
  • Auch sehr straff getragene Frisuren können auf Dauer Haarausfall verursachen (genannt Traktionsalopezie)
  • Nach Klärung der Ursachen für den Haarausfall und deren Behebung können Kopfhautmassagen und sanftes Shampoo bei der Pflege unterstützen
  • Mehr Informationen bekommen Sie hier:

Hormonell und genetisch bedingter Haarausfall

Mediziner von der LMU München gehen davon aus, dass insgesamt etwa jede vierte Frau unter hormonell bedingtem Haarausfall leidet (Quelle: 1). Laut Studien des Deutschen Endokrinologischen Versorgungszentrums sind 95 % aller Fälle von Haarausfall auf diese hormonellen Störungen zurückzuführen (Quelle: 2). Diese Art des Haarausfalls macht sich außerdem besonders stark rund um die Wechseljahre bemerkbar, kann aber auch vorher schon deutlich früher beginnen. Ursache hierfür scheint laut neuester Forschungen eine genetische Veranlagung zu sein. Die androgenetische Alopezie, wie sie medizinisch heißt, äußert sich aufgrund einer Dominanz der männlichen Hormone (Androgene). Sie kann daher nur durch den Ausgleich des hormonellen Ungleichgewichts behoben werden. Hier können östrogenhaltige Medikamente helfen, die möglichst frühzeitig eingenommen werden müssen, da bereits abgestorbene Haarwurzeln meist nicht mehr reaktiviert werden können. Faktoren wie Stress und wenig Schlaf können gerade die androgenetische Alopezie laut Forschungen der Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main noch begünstigen und verstärken (3). So ist es bei Haarausfall, aber natürlich auch im Allgemeinen wichtig, Stressfaktoren im Leben zu reduzieren und für entspannenden Ausgleich zu sorgen. Weiterhin sollte auch eine Schildrüsenüber- oder unterfunktion als Ursache für den Haarausfall in Betracht gezogen werden. Kommen zum Verlust der Haare auch diverse Symptome wie Müdigkeit oder Herzrasen, Hitze- oder Kältegefühl, sollten Sie ihre Hormonwerte bei einem Endokrinologen überprüfen lassen.

Haarausfall durch Einnahme der Pille

In Zusammenhang mit Hormonen steht auch die hypoöstrogene Alopezie. Diese Art des Haarausfalls kann durch die Einnahme von Verhütungsmitteln, genauer gesagt der “Pille”, entstehen. Einige Arten der Pillen, speziell die der ersten und zweiten Generation, aber auch Spiralen, können im Körper einen Östrogenmangel hervorrufen. Dies führt in der Konsequenz, wie bereits oben erwähnt, zu einem Überschuss an männlichen Hormonen und damit zu Haarausfall. Hier sollte ein Wechsel zu einer antiandrogenen Pille (speziell der vierten Generation) Abhilfe schaffen.

Auch in der Schwangerschaft und Stillzeit kann es zu Haarausfall kommen

Haarausfall in der Schwangerschaft sowie Haarausfall in der Stillzeit können ebenfalls sehr belastend für Frauen sein. In der Schwangerschaft sorgt die Dominanz des Hormons Östrogen eigentlich für besonders volle, schöne Haare. Allerdings kann es durch den zusätzlichen Blutbedarf in der Schwangerschaft schnell zu einem Eisenmangel kommen. Eisenmangel ist ein unterschätzter Grund für Haarausfall. Diesem kann man jedoch durch die Einnahme von Eisenpräparaten und die Kontrolle der Blutwerte in der Schwangerschaft gut entgegenwirken oder auch vorbeugen. In der Stillzeit hingegen kommt es häufig zu einem nur temporären Haarausfall: Dieser lässt sich auf den bereits oben erwähnten Hormonumschwung zurückzuführen. Nach der Geburt entsteht ein Abfallen des vorher erhöhten Östrogenspiegels im weiblichen Körper, was zu Haarausfall führen kann. Allerdings sollte sich diese Art des Haarausfalls in den meisten Fällen nach wenigen Wochen von selbst erledigen, da sich der Hormonspiegel der Mutter dann wieder einpendelt.

Mechanisch verursachter Haarausfall bei Frauen – die Traktionsalopezie

Als Grund für Haarausfall kommt zudem – allein oder zusätzlich zu anderen Ursachen – eine manuelle Strapaze der Haarwurzeln infrage. Wer häufig die Haare straff zusammengebunden zu einem Zopf oder Dutt trägt, aber auch wer regelmäßig ein Kopftuch trägt, reizt die Haarwurzeln. Es kann auf Dauer zu einer sogenannten Traktionsalopezie kommen. Dieser Typ des Haarausfalls zeigt sich besonders durch lichter werdende Stellen an Haaransatz und Stirn. Nach jahrelanger Schädigung vernarben die durch Traktion gereizten Haarwurzeln, sie können nicht mehr regeneriert werden.

Weitere Gründe für Haarausfall bei Frauen

Weiterhin können einige andere Faktoren Ursache für den Haarausfall sein. Verschiedene Medikamente etwa Betablocker, Blutverdünner, Antibiotika und Antidepressiva können als Nebenwirkung den Verlust von Haaren mit sich bringen. Sollten Sie den Verdacht haben, dass ein Medikament der Auslöser sein könnte, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Auch Rauchen kann den Ausfall von Haaren begünstigen: Es schwächt die Durchblutung der Haarwurzeln. Gleiches gilt für die Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen, die wichtig für das Zellwachstum sind. Gerade bei Diäten oder Veganismus muss darauf geachtet werden, eine Unterversorgung mit Folsäure, Eisen, Zink und B-Vitaminen zu verhindern.

Lesetipp: Mehr Informationen über Haarausfall bei einem Vitaminmangel finden Sie hier >

Unterstützten Maßnahmen bei Haarausfall

Grundsätzlich gilt es, den Haarausfall von innen zu bekämpfen, das bedeutet, gegen die Ursachen vorzugehen. Weder äußerlich anzuwendende Tinkturen noch spezielle “wachstumsanregende” Shampoos können helfen, wenn der Grund des Haarausfalls hormonell oder nährstoffbedingt ist. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Tipps können Sie jedoch in jedem Fall unterstützend einige Dinge tun, die Haare und Kopfhaut pflegen.

  • Steigen Sie, falls noch nicht geschehen, auf besonders mildes Shampoo ohne Silikone und eine sanfte Spülung um, damit weder Kopfhaut noch Haare zusätzlichen Reizungen ausgesetzt werden. Bewährt hat sich beispielsweise die Verwendung von Babyshampoo.
  • Regelmäßige, sanfte Kopfmassagen regen die Durchblutung der Kopfhaut an und können das gesunde Haarwachstum fördern.
  • Ergänzt werden kann die Kopfmassage durch den Einsatz natürlicher Öle, etwa Arganöl, welches sich positiv auf die Regeneration der Haut auswirkt.
  • Tragen Sie die Haare möglichst offen und vermeiden Sie straff zusammen gebundene Frisuren.

Auch wenn die Ursachen für den Haarausfall gefunden sind und dieser bald aufhört, kann es natürlich eine Weile dauern, bis das Haar insgesamt wieder fülliger wird. Dies sollte jedoch einem Friseurbesuch nicht im Wege stehen, ganz im Gegenteil: Ein Friseur kann Tipps dazu geben, wie man mit geschicktem Styling und einem guten Haarschnitt auch feines Haar voluminöser aussehen lassen kann. Dies kann das Selbstbewusstsein unglaublich aufbauen. Falls der Haarausfall sehr stark sein sollte, kann auch eine Perücke eine vorübergehende – und zudem praktische – Lösung sein.

# Weitere lesenswerte Artikel:

Verwendete Quellen:

1. http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/582876/haarausfall-frauen-wirklich-hilft.html
2. http://www.endokrinologen.de/androgenetische-alopezie.php
3. https://d-nb.info/1153465477/34
4. https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/androgenetische-alopezie-wann-muss-behandelt-werden/

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