Erblich bedingter Haarausfall bei Männer und Frauen: Ursachen und Behandlung

Leseempfehlung: Haarausfall – Informativer Wegweiser bei haarigen Problemen / (*Bitte beachten Sie unsere Hinweise in der Fußzeile)

Genetisch bedingter Haarausfall: Dieser Ratgeber gibt Auskunft.

Jeder Mensch besitzt zwischen 70.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf, welche sich hinsichtlich der Farbe, Struktur und Form unterscheiden. Unsere Haare sind ein Schönheitsmerkmal und außerdem Ausdruck für Kraft, Vitalität und Gesundheit. Trockene und kaputte Haare sowie übermäßiger Haarausfall können auf ein Ungleichgewicht im Körper oder der Seele hindeuten.

So können beispielsweise ein Mangel an Nährstoffen, anhaltender Stress oder Hormonschwankungen dafür verantwortlich sein.

Aber auch Faktoren, die durch unsere Gene vorbestimmt sind, können ungewollten Haarverlust verursachen. Was dabei genau im menschlichen Organismus passiert und was man gegen genetisch bedingten Haarausfall – in Fachkreisen auch androgenetische Alopezie bezeichnet – tun kann, verrät der nachfolgende Beitrag.

Erblich bedingter Haarausfall – Die wichtigsten Informationen im Überblick

  • Genetisch bedingter Haarausfall wird bei Frauen und Männern durch den Botenstoff DHT verursacht. Dieser ist ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron.
  • Laut der Schulmedizin kann der erblich bedingte Haarausfall nur mithilfe medikamentöser Mittel behandelt werden. Üblicherweise verschreibt ein Arzt Medikament mit den Wirkstoffen Alfatradiol, Finasterid oder Minoxidil. 
  • Bei Frauen macht sich der erblich bedingte Haarausfall vor allem nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren bemerkbar.
  • Lesetipp: Mehr über die Zusammenhänge von Haarausfall und DHT hier >

Vorab: Der natürliche Lebenszyklus der Haare

Unsere Haare durchlaufen normalerweise drei Lebensphasen bis sie schlussendlich ausfallen. In einer sog. Anagenphase (Wachstumsphase) fangen die Haare an zu wachsen. Neue Zellen werden gebildet, die Haare werden länger, treten aus der Wurzel heraus und gewinnen durch das Farbpigment Melanin an Farbe. Nach der Wachstumsphase folgt die sog. Katagenphase (Übergangsphase), wobei die Nährstoffversorgung der Haarfollikel eingestellt wird und keine neuen Zellen mehr gebildet werden. Nach der Katagenphase geht das Haar in die Ruhephase (auch Telogenphase genannt) über, in welcher sich ca. jedes fünfte Haar befindet. Nach einem Zeitraum von ca. 2 bis 6 Monaten bildet der Körper ein neues Haar aus. Dieses drückt das ausgewachsene Haar aus dem Follikel, sodass es schlussendlich ausfällt.

Erblich bedingter Haarausfall bei Männern

Fast 90 % aller Männer sind im Laufe des Lebens von Haarausfall betroffen.

Genetische Faktoren gehören zu den häufigsten Ursachen von Haarverlust. Im Laufe der Lebensjahre sind ungefähr 9 von 10 Männer davon betroffen. Die ersten Anzeichen machen sich durch Geheimratsecken oder lichtere, dünnere Haare am Hinterkopf bemerkbar und können sich bereits ab dem 20. Lebensjahr zeigen.

Verantwortlich für den Haarausfall sind männliche Sexualhormone. Eine große Rolle spielt dabei der Botenstoff DHT, welcher mithilfe eines Enzyms aus Testosteron im Körper gebildet wird. Die Haarfollikel reagieren im steigenden Lebensjahre immer sensibler auf das DHT. Mehr und mehr Haare treten in die Ruhephase über und werden mit der Zeit kleiner und dünner.

Erblich bedingter Haarausfall bei Frauen

Erblich bedingter Haarausfall wird auch bei Frauen durch den Botenstoff DHT verursacht. Dieser wird durch ein Enzym aus Testosteron im Körper gebildet.

Bei Frauen macht sich die Erkrankung vor allem am Scheitel bemerkbar. Laut aktuellen Zahlen leiden “nur” 10 bis 20 % aller Frauen unter erblich bedingten Haarverlust.

Auch hier ist der Botenstoff DHT dafür verantwortlich, wobei dieser bei Frauen nur in deutlich geringeren Mengen produziert wird. Außerdem sorgen die weiblichen Sexualhormone (vor allem Östrogene) dafür, dass die Haarfollikel weniger empfindlich auf das DHT reagieren. Allerdings kann das DHT durch Hormonschwankungen im weiblichen Organismus mehr Spielraum bekommen und zu Haarverlust führen. Vor allem nach einer Schwangerschaft, durch die Antibabypille oder als Folge der Wechseljahre ist dies nicht unüblich.

Was können Betroffene tun und was hilft wirklich?

Ein genetisch bedingter Haarausfall kann in der Regel nur mit medikamentösen Mitteln behandelt werden. Ziel sollte es dabei sein, die Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem  DHT einzuschränken. Mögliche Wirkstoffe, die für eine Behandlung infrage kämen, wären beispielsweise Alfatradiol, Finasterid und Minoxidil. Die Präparate sind üblicherweise in Tablettenform oder als Salbe (teilweise auch ohne Rezept) in der Apotheke erhältlich.

Nicht selten werden auf dem Kosmetikmarkt auch naturbelassene Shampoos, Haarkuren und Öle für anlagebedingten Haarausfall angeboten. Auch wenn sich im Netz zahlreiche positive Erfahrungsberichte finden lassen, konnte die Wirkung solcher Pflegeprodukte nie wirklich wissenschaftlich nachgewiesen werden. Einige interessante Erkenntnisse über Shampoos gegen Haarausfall hat Ökotest in einer Untersuchung aufgedeckt. Mehr diesbezüglich erfahren Sie in diesem Artikel >

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